Pforzheim plant neuen Wohnraum und zeigt starke Umweltaktion

Rechtskräftiger Flächennutzungsplan sichert Wohnflächen in vier Gemeinden; Über 2.500 Freiwillige sammeln 55,5 Kubikmeter Müll bei „Saubere Stadt“-Aktion

Pforzheim plant neuen Wohnraum und zeigt starke Umweltaktion
Bild zum Beitrag© Redaktion Pforzheim

Der Nachbarschaftsverband Pforzheim hat den neuen Flächennutzungsplan „Wohnen“ veröffentlicht – ein entscheidendes Signal für die künftige Siedlungsentwicklung im Verbandsgebiet. Das Ziel: Die wachsende Nachfrage nach Wohnraum gezielt zu steuern und langfristig zu sichern.

Flächennutzungsplan „Wohnen“: Ein Meilenstein für die Region

Seit 11. Juli ist der Flächennutzungsplan „Wohnen“ rechtskräftig. Damit stellt der Nachbarschaftsverband zentrale Weichen, um ausreichend Flächen für den Wohnungsbau bereitzustellen. Im Vorfeld genehmigte das Regierungspräsidium Karlsruhe den umfassenden Plan, nachdem geringe Anpassungen in Niefern-Öschelbronn vorgenommen wurden. Die finale Zustimmung der Verbandsversammlung erfolgte am 27. Juni 2025.

Zu den Planunterlagen gehören neben dem eigentlichen Flächenplan auch ein Umweltbericht und der aktualisierte Landschaftsplan. Die Geschäftsstellenleitung des Nachbarschaftsverbands Pforzheim hebt hervor, dass damit ein intensiver Planungsprozess erfolgreich abgeschlossen wurde und das Planungsrecht für dringend benötigte Wohnprojekte geschaffen ist.

Oberbürgermeister Peter Boch als Verbandsvorsitzender betonte: „Mit diesem FNP 'Wohnen' schaffen wir Planungssicherheit für die Kommunen und ermöglichen die Schaffung dringend benötigten Wohnraums in einer wachsenden Region.“

Kooperation von Gemeinden und umfassende Beteiligung

Der Nachbarschaftsverband bündelt die Interessen der Gemeinden Birkenfeld, Ispringen, Niefern-Öschelbronn und der Stadt Pforzheim. Zentrales Ziel ist, die städtebauliche Entwicklung anhand aktueller Analyse der Bevölkerungsentwicklung und unter Berücksichtigung der baulichen Möglichkeiten zu steuern.

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans erfolgte in enger Abstimmung mit allen Mitgliedsgemeinden – auf Basis des Plans aus dem Jahr 2005. Das Verfahren setzte auf weitreichende Mitwirkung von Behörden, Trägern öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit. Eingebrachte Anregungen und Einwände führten zu gezielten Anpassungen: So wurden konfliktarme Flächen als Bauflächen ausgewiesen, während ökologisch wertvolle Gebiete weitgehend erhalten blieben.

Weichenstellung für künftige Bauvorhaben

Im Flächennutzungsplan „Wohnen“ werden sämtliche Wohnbauflächen, gemischte Flächen und sonstige Bauflächen dargestellt, die für den Wohnungsbau vorgesehen sind. Dies schafft die Grundlage, damit die einzelnen Kommunen im nächsten Schritt auf diesen Flächen individuelle Bebauungspläne aufstellen und neues Baurecht schaffen können.

Das Gesamtkonzept enthält zudem sogenannte Planungshinweise. Diese entsprechen derzeit nicht in allen Punkten den Vorgaben des aktuellen Regionalplans, könnten jedoch im Zuge der anstehenden Regionalplanfortschreibung auch in das Planwerk integriert werden, um den künftigen Bedarf noch besser zu decken.

Weitere Planungen und Ausblick

Mit dem erfolgreichen Abschluss des wichtigen Planschritts „Wohnen“ arbeitet der Nachbarschaftsverband an der kontinuierlichen Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans. Ziel bleibt es, die Siedlungsentwicklung nachhaltig, umsichtig und ressourcenschonend zu gestalten.

Weitere Informationen zum Flächennutzungsplan 'Wohnen'https://www.nachbarschaftsverband-pforzheim.de

Aktion „Saubere Stadt“: Engagement für eine lebenswerte Umgebung

Parallel zur planerischen Sicherung von Wohnflächen engagieren sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für ein sauberes Stadtbild. Im Rahmen der Aktion „Saubere Stadt“ beteiligten sich insgesamt 2.514 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 Schulen und 16 Vereinen. Zwischen dem 31. März und dem 7. April wurden so 55,5 Kubikmeter Abfall im Stadtgebiet gesammelt – neun Kubikmeter mehr als im Vorjahr.

Oberbürgermeister Peter Boch würdigte den Einsatz: „Diese Aktion ist für mich jedes Jahr eine Herzensangelegenheit, natürlich packen auch ich und meine Familie mit an.“

  • 196 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützten den Betriebshof vor Ort.
  • Die Pestalozzischule war mit acht Kubikmetern gesammeltem Müll erneut Sieger der Aktion.
  • Der Jugendtreff Stadtteilzentrum sammelte vier Kubikmeter, gefolgt von der Insel-Werkrealschule mit drei Kubikmetern.
  • Bettina Drechsler, stellvertretende Amtsleiterin Technische Dienste, freut sich über das Engagement vieler junger Menschen und lobte die Einzelergebnisse: „Es ist schön zu sehen, dass viele bereits im jungen Alter ein Bewusstsein für unsere Umwelt entwickeln und jedes Jahr tatkräftig mitanpacken.“

    Die Preisverleihung wurde von einer kleinen Stärkung begleitet und mit dem „Müll-Bert“ – einem Give-Away der Abteilung Abfallwirtschaft – abgeschlossen.

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