Pforzheim schützt wandernde Amphibien
2026 gilt nachts Tempo 30 und Straßensperrungen – Helfer und Schutzzäune sichern die Tiere
Die alljährliche Amphibienschutzaktion startet auch 2026 erneut in Pforzheim und Umgebung. Ziel der Initiative ist es, wandernde Frösche, Kröten, Molche und Salamander bei ihrer Rückkehr zu den Laichgewässern zu schützen, ohne dabei die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen. Diese Aktion bringt zahlreiche temporäre Maßnahmen auf den Pforzheimer Straßen mit sich und setzt auf die Mithilfe engagierter Bürgerinnen und Bürger.
Temporäre Verkehrsmaßnahmen und Straßensperrungen
Im Zeitraum von Februar bis April gelten in bestimmten Straßenabschnitten der Stadt Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 30. Diese sind täglich von 17:30 bis 7 Uhr aktiv und werden durch das Warnzeichen „Amphibienwanderung“ deutlich markiert. Zusätzlich wurden an besonders betroffenen Abschnitten Schutzzäune aufgebaut, um Amphibien vor dem Verkehr zu retten. Frühmorgens und abends übernehmen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer das Einsammeln der Tiere entlang der Zäune, bevor sie sicher an das andere Ufer getragen werden.
Vollständig gesperrt bleiben bis einschließlich Donnerstag, 30. April folgende Straßen:
Weitere Warnschilder befinden sich an besonders frequentierten Amphibienwanderwegen, etwa am Rennbachweg in Eutingen und im Herrenstriet.
Hintergrund: Amphibien und ihre Wanderkorridore
Aufgrund eines erneut milden Winters steigen die Temperaturen in den Winterverstecken der heimischen Amphibien rasch an. Sobald es nachts mindestens fünf Grad Celsius warm ist und ausreichend Feuchtigkeit herrscht, erwachen die Tiere aus ihrer Winterstarre. Sie beginnen ihre alljährliche, oft kilometerweite Wanderung zu ihren traditionellen Laichgewässern.
Beispiele für besonders wichtige Bereiche im Stadtgebiet sind Enzauenpark, Seehaus-See und Herrmannsee, aber auch kleinere Bäche und Teiche dienen als Ziel der Amphibien. Ihre Wanderrouten, sogenannte Korridore, sind meist jahrzehntealte Pfade der Populationen.
Problematisch wird es, wo sich Wanderkorridore und Straßen kreuzen: Hier drohen die Tiere durch Fahrzeuge zu Schaden zu kommen. Neben Überfahrungen besteht auch durch den Unterdruck schnell vorbeifahrender Autos Lebensgefahr. Da die Bestände der heimischen Amphibien vielerorts abnehmen, erhält der Schutz dieser Arten erhöhte Bedeutung.
Gemeinsame Schutzaktion: Ehrenamt und Koordination
Die Amphibienschutzaktion 2026 ist eine gemeinsame Initiative des Amts für Umweltschutz der Stadt und des örtlichen Naturschutzbunds Deutschland (NABU), unterstützt von verschiedenen städtischen Ämtern und zahlreichen Einzelpersonen. Die Aufgaben der Helferinnen und Helfer umfassen vor allem das morgendliche und abendliche Einsammeln und sichere Umsetzen der Tiere.
Information & Mitmachen
Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Aktion beteiligen möchten, können sich beim Amt für Umweltschutz oder direkt beim NABU Pforzheim-Enzkreis für den Amphibienschutz engagieren. Helfende Hände werden jedes Jahr dringend gesucht, um so viele Tiere wie möglich zu schützen.
title="Weitere Informationen zur Aktion und zum Amphibienschutz"
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