Pforzheim startet Insel-Campus-Projekt
62 Millionen Euro für Grundschule, Sporthalle und Mensa – Investition in moderne Bildung bis 2040
Die Stadt Pforzheim treibt mit Nachdruck die Entwicklung des sogenannten Insel-Campus voran. Mit dem Ziel, eine moderne und bedarfsgerechte Bildungslandschaft zu schaffen, plant die Stadt eine schrittweise Umsetzung des Großprojekts. Im Fokus stehen zunächst der Neubau einer Grundschule sowie einer Sporthalle mit Mensa, die als erster Meilenstein für das ambitionierte Vorhaben gelten.
Startschuss mit Grundsatzbeschluss im November 2025
Wie die Stadt mitteilt, wird Oberbürgermeister Peter Boch dem Gemeinderat im November 2025 einen Grundsatzbeschluss zum Insel-Campus vorlegen. Dieser sieht die Umsetzung der beiden ersten Bauabschnitte vor: den Neubau der Grundschule sowie der Sporthalle inklusive Mensa. Die hierfür veranschlagten Kosten belaufen sich auf 62,35 Millionen Euro. Diese Summe ist bereits im geplanten Doppelhaushalt für 2026/2027 sowie der weiterführenden Finanzplanung berücksichtigt worden.
Hintergrund für diese Maßnahme ist laut Stadtverwaltung die prekäre Raumnot an den bestehenden Schulgebäuden, deren Bausubstanz zudem keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr bietet. Die aktuellen Gebäude stammen aus den Jahren 1958 bis 1964 und befinden sich laut Aussage von Oberbürgermeister Boch in einem schlechten baulichen Zustand.
Wettbewerbsgeführte Planung und Fördermittel
Der Insel-Campus basiert auf den Ergebnissen eines Planungswettbewerbs. Hier setzte sich das Berliner Architekturbüro Bruno/Fioretti/Marquez gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Atelier Loidl durch und erhielt den ersten Preis. Die Förderwürdigkeit des Projekts wurde bereits vom Land Baden-Württemberg bestätigt. Damit stehen sowohl Mittel aus der klassischen Schulbauförderung als auch Sportfördermittel für die neue Halle in Aussicht. Zusätzlich könnten – sobald die Rahmenbedingungen feststehen – auch Bundesmittel für die Verbesserung kommunaler Infrastruktur einfließen.
Gesamtkonzept auf 15 Jahre ausgelegt
Das vollständige Insel-Campus-Projekt geht weit über die ersten beiden Bauabschnitte hinaus. Vorgesehen sind insgesamt drei größere Neubauten, die Generalsanierung denkmalgeschützter Pavillons, diverse Abrissarbeiten sowie Interimsbauten für den fortlaufenden Schulbetrieb. Die Stadt rechnet aktuell mit einer Kostendimension von rund 150 Millionen Euro, verteilt auf einen Realisierungszeitraum von etwa 15 Jahren.
Oberbürgermeister Boch fasst die Herausforderung zusammen: „Die Kosten verteilen sich auf die nächsten 15 Jahre und müssen über diesen Zeitraum gut ausbalanciert werden.“ Der jetzt vorgeschlagene Start mit zwei Schritten ermögliche es, dringend benötigten Raum für die drei Schulen des Areals zu schaffen und gleichzeitig die Komplexität des Gesamtprojekts in überschaubaren Etappen anzugehen.
Fokus auf die pädagogische Zukunft
Auch Baubürgermeister Tobias Volle unterstreicht die Entscheidung, das Projekt zunächst auf die zwei Grundbausteine zu begrenzen. Erst wenn es zeitlich sinnvoll erscheint, sollen weitere Planungsleistungen beauftragt werden. Für die Stadt steht im Zentrum, eine „zeitgemäße Lernumgebung“ zu schaffen, wie Oberbürgermeister Boch betont. Der neue Insel-Campus soll insbesondere den Ausbau der Ganztagsschule und frühkindliche Bildung fördern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.
Schulbürgermeister Frank Fillbrunn sieht im Projekt ein wegweisendes, ganzheitliches Konzept, das die Grundlage für Bildung von Anfang an legt und beste Perspektiven für Kinder in Pforzheim eröffnen soll.
Mit dem Start des Insel-Campus-Projekts setzt die Stadt Pforzheim ein deutliches Zeichen für die Bildungslandschaft der nächsten Generationen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie die ambitionierte Planung Schritt für Schritt in die Realität umgesetzt werden kann.
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