Zwei Bildhauer fertigen Skulpturen in der Lettenbrunnenhütte am Hagenschieß

Im Hagenschieß haben die Bildhauer Martin Pöll und Maximilian Bernhard zwei Wochen lang in der Lettenbrunnenhütte gearbeitet. Vom 3. bis zum 20. August wohnten sie dort, um jeweils an einer eigenen Skulptur kontinuierlich weiterzuarbeiten. Die entstehenden Arbeiten werden am Skulpturenweg in der Nähe des Seehauses aufgestellt und sind für Besucherinnen und Besucher kostenfrei zugänglich.
Die Unterbringung in der Lettenbrunnenhütte wurde durch die Naturfreunde ermöglicht. Während ihres Aufenthalts gruben, verschalten und mischten die beiden Künstler Betonmassen. Außerdem arbeiteten sie mit Kettensäge und Stechbeitel. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten bereits die Gelegenheit, den Bildhauern bei der Arbeit zuzuschauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Unterschiedliche künstlerische Ansätze
Maximilian Bernhard entwickelt seine Betonskulpturen mit einer besonderen Technik. Er formt eigens angemischte Massen zu fragmentarischen Bauteilen mit zeichenhaften Oberflächen. Dabei überträgt er die reliefartige Struktur des Holzschnitts in plastische Formen. Dafür hat er eine eigene Vorgehensweise entwickelt: Er presst beschnitzte Druckstöcke in Tonmasse oder nutzt sie als Matrizen im Formenbau. Auf diese Weise wird die geschnittene Zeichnung plastisch sichtbar. Inhaltlich untersucht Bernhard die Beziehungen von Fläche und Raum sowie von Zeichnung und Skulptur. Geplante technische Vorgänge stehen dabei freien Formen gegenüber, Stahlelemente ergänzen und hinterfragen die Eigenständigkeit.
Martin Pöll arbeitete für seine Skulptur mit einem Eichenstamm, aus dem er Raben formte. Seine bildhauerische Arbeit basiert auf Naturmaterialien, die als Formensprache und Arbeitsmaterial dienen. In seinen Werken kombiniert er Form und Material hintergründig. Seine kombinierbaren Formen gehen von der geometrischen Struktur der Ausgangsmaterialien aus und ermöglichen unendliche Kombinationen.
Einordnung und weitere Informationen
Die beiden Tiroler Künstler absolvierten ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Professor Harald Klingelhöller. Die Skulpturen bleiben Eigentum der Künstler, werden jedoch auf Zeit am Skulpturenweg aufgestellt. Veranstaltet wurde die Aktion vom Skulpturenweg am Seehaus e. V. in Kooperation mit dem Kulturamt Pforzheim.
Weitere Informationen gibt es unter https://www.sculp.de/.
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