Gedenken zum 80. Jahrestag des Kriegsendes

Schüler reinigen und erneuern Kriegsgräber – Erinnerungskultur in Rheinstetten

Artikel anhören

Das Walahfrid-Strabo-Gymnasium und das Stadtarchiv Rheinstetten haben anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs ein bemerkenswertes Erinnerungsprojekt initiiert. Ziel war es, die Erinnerungen an die Opfer der letzten Kriegstage in Örsch wachzuhalten und die Kriegsgräber würdig zu erhalten.

Schüler übernehmen Verantwortung für lokale Erinnerungskultur

Im Zentrum des Projekts stand die Restaurierung der Grabsteine der Kriegsopfer auf dem örtlichen Friedhof. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen setzten sich zusammen mit Stadtarchivarin Annelie Lauber intensiv mit den letzten Kriegstagen auseinander. Hierzu recherchierten sie in historischen Dokumenten und legten dabei besonderen Wert auf die Biografien der Opfer.

Ein Besuch auf dem Friedhof offenbarte die Problematik: Die seit 1949 existierenden betonierten Grabkreuze waren über die Jahrzehnte nahezu unlesbar geworden. In Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Sebastian Schrempp erfolgte die Entscheidung, nicht die alten Kreuze aufwendig zu restaurieren, sondern neue Grabkreuze anzufertigen. Dank der finanziellen Unterstützung der Kulturstiftung Sparkasse Karlsruhe konnten diese neuen Kreuze umgesetzt und gegossen werden.

Praktische Umsetzung und gemeinsames Engagement

Die Jugendlichen engagierten sich tatkräftig: Innerhalb von lediglich 14 Tagen wurden die alten Kreuze gereinigt und die Grabplatten von Grasbewuchs befreit. Mit der Montage neuer Namensschilder, darunter auch die zweier weißrussischer Zwangsarbeiter, kehrte die Sichtbarkeit der Namen zurück. Die feierliche Fertigstellung des Projekts fand am vergangenen Samstag statt.

Eine Friedhofsbesucherin zeigte sich emotional bewegt vom Engagement der Schülerinnen und Schüler. Sie berichtete von ihren eigenen Erfahrungen am Ende des Krieges und unterstrich damit die Bedeutung lebendiger Erinnerungskultur.

Gedenkveranstaltung am 8. Mai

Mit dem Projektabschluss ist das Engagement noch nicht beendet: Gemeinsam mit ihrem Lehrer Christoph Lembach und der Stadtverwaltung bereiten die Jugendlichen eine Gedenkveranstaltung für den 8. Mai vor. Diese Veranstaltung soll der Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten, gemeinsam der Opfer zu gedenken und das Projekt der Restaurierung zu würdigen. Die Rheinstettener Bevölkerung ist herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Bedeutung der Kriegsgräberstätten

Solche Projekte zeigen, wie wichtig es ist, Erinnerungskultur auch an die junge Generation weiterzugeben. Die lokale Auseinandersetzung mit der Vergangenheit trägt dazu bei, ein Bewusstsein für historische Verantwortung und Versöhnung zu schaffen.

Mitmachen und Erinnern

Die Kombination aus historischer Recherche, praktischer Arbeit und öffentlichem Engagement macht dieses Projekt zu einem wertvollen Beitrag für die Stadtgesellschaft Rheinstetten. Die kommende Gedenkveranstaltung bietet allen Interessierten eine Möglichkeit, durch persönliche Teilnahme die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und das Zeichen der Versöhnung und des Friedens zu setzen.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: