Invasive Ameisen bedrohen Rheinebene

Stadtverwaltung reagiert auf Superkolonien aus dem Mittelmeerraum – Bürger sollen Befall melden

Invasive Ameisen bedrohen Rheinebene
Bild zum Beitrag© Redaktion Rheinstetten

In der Rheinebene wurde in der vergangenen Woche erstmals das Auftreten invasiver Ameisenarten festgestellt. Die Stadtverwaltung hat daraufhin unverzüglich Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Invasive Ameisen in der Rheinebene: Ursprung und aktuelle Entwicklung

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammenden Ameisen breiten sich seit einigen Jahren in der Region zunehmend aus. Die Rheinebene bietet mit ihren warmen, sonnigen und trockenen Standorten sowie sandigen Böden ideale Lebensbedingungen für diese Tiere.

Mediterrane Pflanzen, die in die Region eingeschleppt werden, dienen den Ameisen als neue Heimat. Die sogenannte „Superkolonien“ bestehen aus zahlreichen, oft weitläufig unterirdischen Völkern. Diese Struktur erschwert eine dauerhafte Bekämpfung erheblich.

Erkennungsmerkmale invasiver Ameisen

  • Chemisch-süßlicher Geruch (ähnlich Aceton) beim Zerdrücken der Tiere.
  • Größe zwischen 2 und 3,5 Millimetern.
  • Mehrspurige Ameisenstraßen („Autobahnen“), im Unterschied zu einspurigen Wegen einheimischer Arten.
  • Nackte, weiß-transparente Ameisenpuppen mit gut erkennbaren Beinen.
  • Vorbeugung: Wie kann die Ausbreitung vermieden werden?

    • Ameisennester nicht mit Pflanzentöpfen in heimische Gärten einschleppen.
    • Wurzelballen vor Kauf, Erhalt oder Weitergabe genau prüfen.
    • Pflanzentöpfe bei Verdacht 24 Stunden in einem Wassereimer mit etwas Spülmittel tauchen.
    • Regelmäßige Kontrolle von Abfalltonnen, um Befall frühzeitig zu erkennen.
    • Typische Befallshinweise

      • Ungewöhnlich viele Ameisen an bestimmten Stellen.
      • Charakteristischer Sandauswurf an den Nestern.
      • Empfehlungen zur Bekämpfung

        • Bei gut erreichbaren Nestern heißes Wasser einsetzen; umliegende Pflanzen schützen.
        • Einsatz von Kieselgur (Kieselerde) in überdachten Bereichen als natürliches Mittel gegen Ameisen.
        • Hausmittel: Natron oder eine Mischung aus Natron und Puderzucker (1:1) als Köderfallen — wirkt primär gegen Arbeiterinnen.
        • Pestizide ausschließlich durch Fachleute anwenden lassen.
        • Vor Maßnahmen stets die Ameisenart bestimmen, da viele einheimische Arten schützenswert sind.
        • Zuständigkeiten und Zusammenarbeit

          Bekämpfungsmaßnahmen auf öffentlichen Flächen übernimmt die Stadt Rheinstetten. Für Privatgrundstücke sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich. Bei Befall wird eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen allen Beteiligten empfohlen.

          Weitere Informationen und Kontakt

          Ausführliche Informationen sind auf der Internetseite des Naturkundemuseums Stuttgart zu finden. Verdachtsmeldungen rund um Tapinoma-Nester können per E-Mail (Adresse nicht angegeben) oder telefonisch gemeldet werden.

          Das frühe Erkennen und eine koordinierte Bekämpfung sind entscheidend, um eine unkontrollierte Ausbreitung der invasiven Ameisen zu verhindern. Die Stadtverwaltung ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf.

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