Plötzlich hochbegabt: Geschichten jenseits der Klischees

Lesung in Schwäbisch Hall beleuchtet späte Erkenntnisse und Herausforderungen Hochbegabter

Hochbegabung ist ein vielschichtiges Thema, das in der Öffentlichkeit häufig mit Klischees und Stereotypen behaftet ist. Ob als „Superhirn“, ausgefallenes Genie oder verschrobener Einzelgänger – das Bild von Hochbegabten ist oft einseitig geprägt, nicht zuletzt durch Medien und Filme. Die Realität, so betonen Expertinnen und Experten, ist jedoch weit komplexer.

Neue Anthologie gibt Einblicke

Die Anthologie „Plötzlich hochbegabt. Erst spät erkannte Hochbegabte erzählen ihre Geschichte“ greift diesen Facettenreichtum auf. Sie entstand aus einem Projekt des Hochbegabtenvereins Mensa und erschien im April 2025 im Goldmann-Verlag. Herausgegeben von Anna Campagna, Stefan Giseberg und Ulrich Pieper verfolgt das Buch das Ziel, ein umfassenderes Bild von Hochbegabung zu zeichnen und zu nachhaltiger Aufklärung beizutragen.

Die Herausgebenden möchten mit dem Werk dazu ermutigen, genauer hinzuschauen und damit bessere Lernbiografien für Betroffene zu ermöglichen. Die 27 Co-Autorinnen und Autoren berichten von ihren persönlichen Erfahrungen: Sie erzählen vom Gefühl des Andersseins seit der Kindheit, von Schwierigkeiten in Schule, Familie und Beruf – und von späten Entdeckungen, die nicht selten mit überraschenden Wendungen im Lebenslauf einhergingen.

Veranstaltung in Schwäbisch Hall

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Stadtbibliothek und der Bildungsregion Schwäbisch Hall findet am Dienstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr eine Lesung statt, bei der mehrere aus Baden-Württemberg stammende Co-Autorinnen ihre autobiografischen Geschichten vorstellen. Mit dabei sind unter anderem Natalie Bornkessel, Petra Maaß und Birgit Krüger. Die Lesenden stehen im Anschluss für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

  • Datum: Dienstag, 14. Oktober
  • Uhrzeit: ab 19 Uhr
  • Ort: Stadtbibliothek Schwäbisch Hall
  • Eintritt: Frei
  • Facetten einer besonderen Begabung

    Wissenschaftliche Schätzungen zufolge sind etwa zwei Prozent der Bevölkerung hochbegabt – alleine in Deutschland entspricht das in etwa der Einwohnerzahl Münchens. Die Biografien der Betroffenen verlaufen dabei sehr unterschiedlich: Nicht immer geht eine hohe Begabung mit schulischem oder beruflichem Erfolg einher. Viele Hochbegabte entdecken ihr Potenzial erst spät, häufig erst im Zusammenhang mit eigenen Kindern, die auffällig begabt erscheinen, oder nach sozialen und psychischen Schwierigkeiten.

    Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich mit den oft verborgenen Herausforderungen und Chancen hochbegabter Menschen auseinanderzusetzen und persönliche Fragen zu stellen. Sie richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Vorwissen oder persönlichem Bezug zum Thema. Wer mehr über Hochbegabung, Lebenswege und Missverständnisse erfahren möchte, erhält bei der Lesung direkte Einblicke aus erster Hand.

    Eigene Anzeige

    Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

    Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

    Jetzt anfragen

    Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: