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Schwäbisch Hall setzt auf Biotopverbund

Neue Maßnahmen verbinden Lebensräume und fördern bedrohte Arten mit 90% Landesförderung

In der Region Schwäbisch Hall wird der Schutz und die Vernetzung von Naturräumen intensiv vorangetrieben. Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt befasste sich am 30. Juni 2024 mit Maßnahmen zur Biotopverbundplanung, die langfristig die Artenvielfalt sichern sollen. Im Zentrum steht die Entwicklung eines Biotopverbundes, wie ihn der Gemeinderat bereits im Oktober 2023 auf den Weg brachte.

Zielsetzung der Biotopverbundplanung

Die Biotopverbundplanung verfolgt das Ziel, Lebensräume für Tiere und Pflanzen miteinander zu verknüpfen. Damit soll verhindert werden, dass Populationen isoliert bleiben und genetischer Austausch unterbrochen wird. Funktionen wie Nahrungssuche, Partnersuche oder das Ausweichen in Rückzugsgebiete sind für den Erhalt vieler Arten essenziell.

Ein intakter Biotopverbund gilt als zentrales Element für eine gesunde Natur und eine hohe biologische Vielfalt.

Landesweite Zielvorgabe und finanzielle Unterstützung

Die Planung ist Teil eines landesweiten Ziels: Die Landesregierung Baden-Württembergs strebt bis 2030 an, auf mindestens 15 Prozent der Landesfläche einen funktionalen Biotopverbund zu realisieren. Dieses Engagement wird mit 90 Prozent Landesförderung unterstützt – ein bedeutender Anreiz für die kommunale Umsetzung.

Vorgestellte Maßnahmen und Beispiele

Das beauftragte Planungsbüro hat Maßnahmenvorschläge entwickelt, die auf ihre Durchführbarkeit geprüft wurden. Ferdinand Gärtling von der Haller Stadtplanung erläuterte beim Ausschusstreffen einige besonders vielversprechende Projekte. Ein Beispiel ist die mögliche Rückverlegung eines Bachs, der bislang auf einen Nordhang verlegt wurde und aktuell naturfern verläuft. Mit einer Rückführung in das ehemalige Bachbett könnte der natürliche Wasserlauf wiederhergestellt und der Lebensraum für bedrohte Arten wie den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling verbessert werden.

  • Rückverlegung und Renaturierung eines Bachlaufs
  • Pflanzung von Hecken zur Förderung strukturreicher Landschaften
  • Anlage eines Tümpels im Ortsteil Gailenkirchen als neues Biotop
  • Gerade durch solche Maßnahmen wird die ökologische Vielfalt gestärkt und seltenen Arten eine Überlebenschance gegeben.

    Bedeutung für gefährdete Arten

    Die Vorschläge könnten insbesondere gefährdeten Arten wie dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling zugutekommen, der auf spezialisierte Lebensräume angewiesen ist. Auch die Schaffung neuer Hecken und Tümpel trägt zur Verbesserung der Artenvielfalt bei.

    Beteiligung der Öffentlichkeit

    Ein zentrales Anliegen ist es, die Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden. "Auf Grundlage des vorliegenden Projektstandes wollen wir natürlich Rückmeldungen aus der Bevölkerung einholen", erklärte Ferdinand Gärtling. Außerdem ist eine Informationsveranstaltung speziell für die Landwirtschaft geplant, um deren wichtige Rolle bei der Umsetzung der Maßnahmen zu berücksichtigen. Schließlich befinden sich viele der potentiellen Biotopflächen in landwirtschaftlicher Nutzung.

    Die breite Beteiligung soll sicherstellen, dass verschiedene Interessen und Bedürfnisse in die weitere Planung einfließen.

    Ausblick und nächste Schritte

    Mit der Präsentation der Machbarkeitsprojekte und der geplanten Bürgerbeteiligung geht die Biotopverbundplanung in Schwäbisch Hall in eine entscheidende Phase. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die vorgestellten Maßnahmen konkret umgesetzt und wie die Bevölkerung eingebunden werden kann.

    Der Einsatz für Artenvielfalt und naturnahe Lebensräume ist eine dauerhafte Aufgabe – mit Koordination, Finanzierung und Engagement will Schwäbisch Hall einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.

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