Neue Kooperation für Fundtiere im Rhein-Neckar-Kreis

Fünf Kommunen und drei Tierschutzvereine bündeln Kräfte für bessere Versorgung und Kosteneinsparungen

Neue Kooperation für Fundtiere im Rhein-Neckar-Kreis
Bild zum Beitrag© Redaktion Schwetzingen

In einer zukunftsweisenden Entscheidung haben fünf Kommunen aus dem Rhein-Neckar-Kreis die Unterbringung von Fundtieren neu geregelt. Die Städte Schwetzingen, Eppelheim sowie die Gemeinden Oftersheim, Plankstadt und Ketsch haben Mitte Dezember im Schwetzinger Rathaus einen Kooperationsvertrag mit drei lokalen Tierschutzvereinen geschlossen. Ziel dieser Neuregelung ist es, die Kosten für die Versorgung von Fundtieren zu senken und den lokalen Tierschutz gezielt zu stärken.

Hintergrund der Kooperation

Bisher wurden in den beteiligten Kommunen aufgefundene Tiere zentral im Tierheim Heidelberg untergebracht. In letzter Zeit stiegen die Kosten für diese Versorgung jedoch deutlich an: Das Tierheim berechnete pro Fundtier einen Betrag von 1,50 Euro je Einwohner zuzüglich weiterer Gebühren.

Angesichts dieser Kostenexplosion beschlossen die Gemeinden, den Vertrag mit dem Tierheim Heidelberg zum Ende des Jahres 2025 auslaufen zu lassen. Kommunen sind verpflichtet, Fundtiere einzusammeln und artgerecht unterzubringen. Eine neue Lösung musste also gefunden werden.

Die neue Lösung: Lokale Bündnisse für den Tierschutz

Das Ordnungsamt der Stadt Schwetzingen hat federführend alle Tierschutzvereine im Einzugsgebiet zur Abstimmung eingeladen. Als neue Partner konnten der Tierschutzverein Schwetzingen, der Hundesportverein Oftersheim und der Vogelpark Plankstadt e.V. gewonnen werden. Künftig nehmen diese drei Vereine Fundtiere auf und kümmern sich um deren Vermittlung und Pflege.

Die Vorteile der Kooperation auf einen Blick

  • Die Kommunen zahlen künftig nur noch 0,50 Euro pro Einwohner für die Versorgung der Tiere.
  • Die Summe wird aufgeteilt: je 0,20 Euro gehen an den Tierschutzverein Schwetzingen und den Hundesportverein Oftersheim, 0,10 Euro an den Vogelpark Plankstadt.
  • Die neu geschlossenen Verträge stellen eine dauerhafte Kostenstabilität sicher.
  • Das regionale Tierschutz-Engagement wird gestärkt und ehrenamtliche Strukturen werden gefördert.
  • Schnellere Vermittlungen durch flexiblere Organisation und lokale Ansprechpartner.
  • Die Kommunen behalten mehr Transparenz sowie bessere Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten.
  • Stimmen aus dem Tierschutz

    Anja Hecker vom Tierschutzverein Schwetzingen äußerte sich zur neuen Kooperation: „Das ist ein positives Zeichen vor Ort. Wir freuen uns, dieser Aufgabe gerecht zu werden und haben vor, mit diesen Geldern den Tierschutz zu fördern, beispielsweise indem wir untergebrachte Katzen sterilisieren.“

    Auch die anderen beteiligten Vereine sehen die Unterstützung durch die Kommunen als wichtige Hilfe für ihre Arbeit an.

    Mehr Tierwohl durch regionale Zusammenarbeit

    Die neu geschaffene Struktur sorgt nicht nur für finanzielle Entlastung der Kommunen, sondern verstärkt auch die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Ehrenamt. Die regionale Lösung bedeutet zudem eine bessere Erreichbarkeit bei Fundtiermeldungen und ermöglicht schnellere, oft auch persönlichere Kontakte. Das lokale Netzwerk fördert nachhaltigen Tierschutz und stärkt das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Tieren vor Ort.

    Vertragsunterzeichnung im Rathaus Schwetzingen

    Die offizielle Unterzeichnung des Kooperationsvertrags fand unter prominenter Beteiligung statt. Mit dabei waren unter anderem die Bürgermeister der beteiligten Städte und Gemeinden, Vertreterinnen und Vertreter der Tierschutzvereine sowie das Ordnungsamt Schwetzingen. Das Ereignis symbolisiert den Schulterschluss zwischen Kommune und Ehrenamt im Zeichen des Tierschutzes.

    Beteiligte Personen bei der Vertragsunterzeichnung

    • Maria Mummert (Tierschutzverein Schwetzingen)
    • Timo Wangler (Bürgermeister Ketsch)
    • Pascal Seidel (Bürgermeister Oftersheim)
    • Matthias Kutsch (Bürgermeister Eppelheim)
    • Katharina Haag (Kanarien-, Exoten- und Vogelschutzverein 1961 Plankstadt e.V.)
    • Lisa Schlüter (Erste Bürgermeisterin Schwetzingen)
    • Andres Seibel (Ordnungsamt Schwetzingen)
    • Yvonne Rogowski (Ordnungsamtsleiterin Stadt Schwetzingen)
    • Anja Hecker (Tierschutzverein Schwetzingen)
    • Peter Reinhard (Hundesportverein Oftersheim)
    • Matthias Steffan (Oberbürgermeister Stadt Schwetzingen)
    • Sven Berlinghof (Kanarien-, Exoten- und Vogelschutzverein 1961 e.V.)
    • Nils Drescher (Bürgermeister Plankstadt)
    • Ausblick

      Durch den lokalen Schulterschluss werden sowohl die Kommunen als auch die ehrenamtlich engagierten Tierschutzvereine gestärkt. Die Kooperation soll eine nachhaltige Versorgung von Fundtieren gewährleisten und langfristig das Tierwohl in der Region verbessern.

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