Flucht und Hoffnung: Bertha Amends Geschichte
Szenisch-musikalische Lesung am 7. November beleuchtet das Leben einer jüdischen Flüchtlingsfrau im Nationalsozialismus

Im Vorfeld der diesjährigen Gedenkfeier zur Reichspogromnacht stellt der Crailsheimer Historische Verein eine bewegende szenisch-musikalische Lesung vor. Im Fokus steht das Schicksal von Bertha Amend, deren Geschichte ein eindringliches Zeugnis gegen das Vergessen setzt.
Bertha Amend – Flucht und Überleben
Bis Februar 1945 lebte Bertha Amend in Württemberg, verschont vor der Verfolgung des NS-Regimes, da sie in einer „privilegierten Mischehe“ war. Doch als sie den Befehl zum „geschlossenen Arbeitseinsatz“ erhielt, erkannte sie sofort die Gefahr, die darin lag. In der gleichen Nacht entschied sie sich zur Flucht und tauchte unter.
Drei Monate lang verbrachte sie im Untergrund – eine Zeit, die für sie zum Albtraum wurde und die sie an ihre Grenzen brachte. Nach dem Ende des Krieges verließ sie Deutschland und wanderte in die USA aus. Von dort stellte sie einen Wiedergutmachungsantrag, für den sie ihre Erlebnisse detailliert dokumentierte.
Dokumentation und Erinnerung im Staatsarchiv
Günter Thumm entdeckte die Aufzeichnungen Bertha Amends bei Recherchen im Staatsarchiv Ludwigsburg. Die detaillierten Berichte dienten als Grundlage für ein Buchprojekt. Gemeinsam mit Rolf Breuer, Manuela Neumann und Eckhart Frohwein wird diese Geschichte nun im Rahmen einer musikalischen Lesung erzählt und künstlerisch verarbeitet.
Der Abend ist ein Beitrag zur Erinnerungskultur und betont die Bedeutung des individuellen Zeugnisses in der historischen Aufarbeitung.
Details zur Veranstaltung
Historischer Hintergrund
Anhand eines Fotos, das das Geschäftshaus Oechsle in der Karlstraße in den 1930er Jahren zeigt, wird die damalige Lebenswelt von Bertha Amend greifbar. Ihre Flucht vor der bevorstehenden Deportation führte sie im Frühjahr 1945 in die Illegalität – ein Lebensabschnitt, der im Mittelpunkt der Lesung steht.
Kontakt und weitere Informationen
title="Stadtarchiv Ressort Digitales & Kommunikation"
phone="+49 7951 403-1283"/>
Der Verlust von Zeitzeug:innen macht Veranstaltungen wie diese besonders wertvoll für die Erinnerung an die Verfolgung und das Überleben in der NS-Zeit. Die Lesung lädt ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Lehren der Vergangenheit bewusst im kollektiven Gedächtnis zu bewahren.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.