Historische Gagliano-Violine erklingt neu
Crailsheimer Stadtmuseum und Stuttgarter Musikhochschule restaurieren und präsentieren ein Meisterwerk von 1770 digital und live

In einer bemerkenswerten Kooperation zwischen dem Crailsheimer Stadtmuseum und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wird eine restaurierte Violine von Nicolò Gagliano (1770) der Öffentlichkeit und jungen Künstlerinnen und Künstlern zugänglich gemacht. Dies geschieht im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Projekts, das sowohl die historische Bewahrung als auch die aktive Nutzung des Instruments in den Fokus rückt.
Historische Geige im Fokus der Forschung
Die Geige stammt aus dem Besitz eines Geigenbauers aus Tiefenbach, der von 1921 bis 1974 in Den Haag eine Werkstatt betrieb und seine exklusive Sammlung später der Stadt Crailsheim überließ. Die genaue Herkunft des Instruments wird derzeit noch überprüft, da in der Vergangenheit häufig hochwertige Kopien entstanden. Eine abschließende Authentifizierung steht noch aus – Experten untersuchen derzeit, ob es sich um ein Original von Nicolò Gagliano oder eine zeitgenössische Kopie handelt.
Expertenmeinungen zur Restaurierung und Bespielbarkeit
Um die Qualität und Authentizität der Violine zu gewährleisten, wurde ein renommierter Geigenbaumeister hinzugezogen. Professor Stefan Fehlandt, Prorektor für Künstlerische Entwicklung in Stuttgart, äußerte sich nach der ersten Begutachtung positiv über den Zustand und Klang der Geige. Seiner Einschätzung nach sei das Instrument weder beschädigt noch unausgewogen und klinge ausgesprochen gut. Dennoch wird die Geige derzeit weiter von Restaurator und Geigenbaumeister Hieronymus Östler überprüft, da sie lange Zeit ungespielt war und wieder eingespielt werden muss.
Hieronymus Östler betont das große Potenzial und die Notwendigkeit, die Geige praktisch zu nutzen: Das Instrument verdiene es, gespielt zu werden. Die Kooperation zwischen Museum und Hochschule gilt als Auftakt einer nachhaltigen Zusammenarbeit, in deren Rahmen auch andere historische Violinen in den Blick rücken könnten.
Spielpraxis und digitale Innovationen
Die Zusammenarbeit startete nach einem Besuch der Musikinstrumentensammlung durch Johann Stüber. Neben der Leihe an einen ausgewählten Studierenden der Hochschule sind weitere Formate zur Präsentation des Instruments geplant. Geplant ist unter anderem eine professionelle Einspielung, die zukünftig in der Ausstellung über QR-Codes abrufbar sein wird. Auch ein Konzert unter Verwendung der restaurierten Violine ist angedacht – all dies soll innerhalb der kommenden zwei Jahre realisiert werden.
Bedeutung für Tradition und Zukunft
Das Projekt vereint die Wahrung von Tradition mit innovativen Ansätzen der Vermittlung: Instrumente wie die Gagliano-Geige sollen nicht nur als kostbare Sammlungsstücke betrachtet, sondern lebendig und hörbar gemacht werden. Die Verantwortlichen setzen damit ein Zeichen für den nachhaltigen Umgang mit Kulturgut und schaffen neue Möglichkeiten der Vermittlung, etwa durch digitale Angebote.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Crailsheimer Stadtmuseum und der Stuttgarter Hochschule wird so zu einem wichtigen Impuls für die kulturelle Bildungsarbeit und trägt dazu bei, kulturelles Erbe lebendig zu halten.
title="Ressort Digitales & Kommunikation Historische Klingen"
subtitle="Presseanfragen zum Kooperationsprojekt"
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Die feierliche Übergabe der restaurierten Violine dokumentierten Prof. Stefan Fehlandt und Eduard Sonderegger gemeinsam mit Friederike Lindner, der Leiterin des Crailsheimer Stadtmuseums – ein symbolischer Auftakt für eine vielversprechende Phase der Zusammenarbeit.
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