„Amrum“: Kindheit im Krieg
Fatih Akins Drama zeigt die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht eines 12-Jährigen – Vorführungen in Donaueschingen und Villingen

Am Montag, den 17. November 2025, steht im guckloch Kino in Donaueschingen ein besonderes Kinoereignis bevor: Der neue Film "Amrum" wird um 20:00 Uhr in Originalfassung (Deutsch) gezeigt. Das Drama, das auf bewegenden Kindheitserinnerungen basiert, gewährt einen Blick auf die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive eines jungen Jungen.
Ein Film über Kindheit, Schuld und Überleben
"Amrum" erzählt die Geschichte des 12-jährigen Nanning, der sich 1945 in einem kleinen Dorf im ländlichen Norddeutschland um seine Familie kümmern muss. Während sein Vater in Kriegsgefangenschaft ist und seine Mutter hochschwanger eine glühende Nationalsozialistin bleibt, lastet die Verantwortung schwer auf seinen Schultern. Der Alltag ist geprägt von harter Arbeit, Flucht vor Bombenangriffen, Sorge um die Geschwister und Hunger infolge von Kriegsfolgen und Mangelwirtschaft.
Inhalt und thematischer Schwerpunkt
Nanning sucht nach Wegen, die Not seiner Familie zu lindern. Mittels Tauschwirtschaft versucht er, Butter und Zucker zu beschaffen, während seine Mutter nach dem Kriegsende unter Depressionen leidet. Der Film zeigt die Herausforderungen und moralischen Konflikte, mit denen Nanning und seine Familie konfrontiert sind, und thematisiert auch die Rolle der Mutter, die trotz ideologischer Prägung heimlich Jazz im Radio hört.
Die Begegnungen mit den Inselbewohnern – von Fischern über Sammler bis hin zu Ganoven – und der erste Kontakt mit dem Tod bei einer Robbenjagd prägen den Jungen nachhaltig. Dabei steht Nanning nicht nur im Schatten der Vergangenheit seiner Eltern, sondern muss erste Schritte in eine selbstbestimmte Zukunft wagen.
Filmische Umsetzung und Beteiligte
Das Skript von Akin und Hark basiert auf Erinnerungen eines Freundes, der während des Krieges auf der Insel Amrum lebte. Ursprünglich sollte Prof. Bohm vom Institut für Theater und Musiktheater der Universität Hamburg selbst Regie führen, bevor er das Projekt an Fatih Akin übergab.
Premieren und weitere Aufführungen
Perspektivwechsel: Heimat, Erinnerung und Empathie
Kritikerin Susanne Kessel-Doelle hebt hervor, dass Fatih Akins Filme eine intensive Auseinandersetzung mit Heimatliebe und Empathie ermöglichen – insbesondere für Menschen, die mit der Vergangenheit ihrer Eltern umgehen müssen. "Wer Akins Filme sieht, besinnt sich auf Heimatliebe und gewinnt Empathie für Außenseiter – seien es Flüchtlinge oder Kinder von Menschen, die einer falschen Ideologie anhingen und mit der Schuld ihrer Eltern leben müssen."
Informationen für Besucher und Kontakt
Der Film "Amrum" wird am 17. November 2025 um 20:00 Uhr im guckloch Kino in Donaueschingen gezeigt. Am 19. November 2025 folgt eine weitere Aufführung in Villingen. Für interessierte Kinobesucher und Pressevertreter bietet das Amt Kultur als Ansprechpartner Unterstützung.
Die Besonderheit des Films liegt in seiner Perspektive: Er zeigt, wie junge Menschen auch unter widrigsten Umständen versuchen, Verantwortung zu übernehmen und einen Weg zwischen Schuld, Tradition und Hoffnung zu finden.
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