Öhringen beschließt Haushaltsplan 2026 mit 153 Millionen Euro
Trotz Defizit und steigender Verschuldung setzt die Stadt auf Digitalisierung und Effizienzsteigerung

Der Gemeinderat der Stadt Öhringen hat in seiner Sitzung am 27. Februar den Haushaltsplan für das Jahr 2026 mit deutlicher Mehrheit verabschiedet. Das verabschiedete Budget umfasst ein Gesamtvolumen von 153,1 Millionen Euro und beinhaltet neben dem Verwaltungshaushalt auch die Eigenbetriebe Technische Werke Öhringen und Abwasserwirtschaft. Lediglich die AfD-Fraktion stimmte mit vier Stimmen gegen den Haushaltsentwurf.
Breite Zustimmung für wichtige Investitionen
Oberbürgermeister Patrick Wegener zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir haben eine breite Mehrheit für den Haushalt bekommen und konnten gut mitnehmen. Jetzt können wir liefern.“ Wegener betonte die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung und hob hervor, dass die Fraktionen die Arbeit der Verwaltung würdigten. Somit können nun wichtige Projekte und Investitionen für das kommende Jahr gezielt angegangen werden.
Zu den zentralen Investitionsvorhaben für 2026 zählen:
Herausforderungen durch Defizit und Verschuldung
Die Entwicklung des Haushaltes geht allerdings auch mit finanzpolitischen Herausforderungen einher. Der Ergebnishaushalt wartet mit einem Defizit von 14,6 Millionen Euro auf – geplant sind Erträge von 80,8 Millionen Euro bei Aufwendungen in Höhe von 95,4 Millionen Euro. Die größten Einnahmequellen bilden Steuern und Abgaben sowie Zuwendungen und Umlagen.
Insbesondere die Gewerbesteuereinnahmen für 2026 werden mit 20 Millionen Euro niedriger prognostiziert als zuvor (25 Millionen Euro). Die Verschuldung der Stadt steigt von 26,3 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 32,7 Millionen Euro für 2026. Inklusive der Eigenbetriebe überschreitet die Gesamtverschuldung erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke.
Belastende Faktoren und gestiegene Kosten
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt die hohe Gewerbesteuer des Jahres 2024, die sich im Finanzausgleich 2026 durch höhere Umlagen und geringere Zuweisungen negativ auswirkt – ein Minus von über 15 Millionen Euro gegenüber der bisherigen Bemessungsgrundlage.
Zusätzlich steigen die Kreisumlage auf 35,5 Millionen Euro und die Personalkosten. Letztere machen mittlerweile 29 Prozent der Aufwendungen im Ergebnishaushalt aus und spiegeln die jüngsten Tarifabschlüsse wider.
Finanzielle Entwicklung und Ausblick
Im Finanzhaushalt stehen Einzahlungen von 22,2 Millionen Euro Auszahlungen und Investitionen von 27,3 Millionen Euro gegenüber. Daraus resultiert ein Finanzierungsbedarf von 5,1 Millionen Euro. Die Liquidität der Stadt vermindert sich zum Jahresende voraussichtlich um 16,4 Millionen Euro.
Fokus auf Effizienz und Digitalisierung
Oberbürgermeister Wegener betonte in seiner Ansprache, dass trotz der Zustimmung auch kritische Aspekte bestehen: „Auch wenn wir zugeben müssen, dass wir dieses Jahr ein Defizit haben und es einen Stellenzuwachs gibt, der jetzt und in Zukunft sehr kritisch begutachtet wurde, ist der Auftrag für uns klar: Digitalisierung vorantreiben, Prozesse standardisieren, mehr Luft schaffen für die tägliche Arbeit und den Service an den Bürgerinnen und Bürgern sowie eine effiziente Organisationsentwicklung der Stadtverwaltung.“
Bereits für das Haushaltsjahr 2026 konnten durch interne Kürzungen rund sieben Millionen Euro eingespart werden. Die mittelfristige Finanzplanung sieht eine Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Überschuss von 279.000 Euro für 2027 und deutlichen Steigerungen in den Folgejahren vor.
Herausforderungen und Perspektiven
Die Haushaltsplanung 2026 der Stadt Öhringen steht im Zeichen von Investitionen, aber auch der Notwendigkeit, Effizienzpotenziale zu heben und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Trotz des gegenwärtigen Defizits strebt die Verwaltung eine Konsolidierung der Finanzen an und hält an einer langfristig positiven Entwicklung fest.
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