Öhringen rüstet Trinkwassernetz digital auf

250.000 Euro für Leckortung mit Mikrofon-Sensoren und Datenloggern im Kernnetz

Öhringen rüstet Trinkwassernetz digital auf
Bild zum Beitrag© Redaktionsteam Öhringen

Öhringen setzt bei der Sicherung seiner Trinkwasserversorgung künftig auf digitale Technik. Die Stadt investiert rund 250.000 Euro in ein modernes System zur Leckortung im Trinkwassernetz. Ziel ist es, Rohrbrüche im unterirdischen Leitungsnetz der Kernstadt schneller zu erkennen und Wasserverluste zu verringern.

Digitale Leckortung für das Kernnetz

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht ein intelligentes Zusammenspiel aus Mikrofon-Sensoren und Datenloggern. An Hydranten im Stadtgebiet werden kleine Mikrofone angebracht, die dauerhaft auf die Wasserleitungen „horchen“. Wenn irgendwo ein Riss oder Leck entsteht, erzeugt das austretende Wasser ein typisches Geräusch.

Dieses Geräusch wird anschließend mithilfe einer sogenannten Korrelationsmessung ausgewertet. Dabei wird berechnet, wie lange das Signal zu den einzelnen Mikrofonen braucht. Aus den Zeitdifferenzen lässt sich die Position eines Lecks auf wenige Meter genau bestimmen, selbst bei kleineren Undichtigkeiten.

Das System soll also das aufspüren, was mit herkömmlichen Methoden oft nur schwer zu erkennen ist. Für die Mitarbeitenden des Wasserwerks bedeutet das: Sie sehen direkt, wo im Leitungsnetz gehandelt werden muss.

Erprobt seit 2024

Das Wasserwerk Öhringen testet das System bereits seit 2024 und konnte dabei überzeugende Ergebnisse erzielen. Dabei zeigte sich, dass erhöhte Wassermengen in der Nacht zuvor teils fälschlicherweise als normale Verbrauchsspitzen eingestuft worden waren. Tatsächlich handelte es sich um unentdeckte Leckagen.

Mit den neuen Geräten können solche Verluste nun zuverlässig erkannt werden. Die Stadt beschafft dafür 240 weitere Datenlogger des Schweizer Herstellers VonRoll, um das gesamte Kernnetz lückenlos abzudecken.

Der Auftrag ging laut Gemeinderatsbeschluss an die Firma VonRoll Hydro (Deutschland) GmbH & Co. KG aus Metzingen.

Was die Technik für Öhringen bedeutet

Weniger Wasserverlust

Jeder Liter, der durch einen unentdeckten Rohrbruch versickert, ist verschwendetes Trinkwasser. Die neue Technik soll helfen, Lecks früher zu finden und schneller zu beheben. Das schont Ressourcen und macht die Versorgung effizienter.

Schnellere Reparaturen

Je schneller ein Schaden lokalisiert wird, desto weniger Zeit gehen für die Suche verloren. Das kann auch die Dauer von Baustellen verkürzen und unnötige Eingriffe ins Stadtbild verringern.

Unterstützung für das Wasserwerk

Die neue Lösung soll zudem den Arbeitsalltag des Teams erleichtern. Stundenlange Suche mit herkömmlichem Gerät entfällt, die Software ist intuitiv bedienbar und unterstützt damit eine effizientere Arbeitsweise.

Stadtbaumeister Frank Hildbrand betont, dass das System die Trinkwasserversorgung fit für die Zukunft mache, eine lebenswichtige Infrastruktur schütze, natürliche Ressourcen schone und zugleich das Personal entlaste.

In den Ortsteilen vorerst nicht vorgesehen

Ein Einsatz in den Ortsteilen ist zunächst nicht geplant. Dort ist das Leitungsnetz laut Mitteilung deutlich einfacher aufgebaut, sodass Rohrbrüche auch mit bewährten Methoden schnell gefunden werden können. Die aufwändige Technik wäre dort daher nicht wirtschaftlich sinnvoll.

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