Jugendhaus Fellbach und Ebersberger Sägemühle sollen in städtische Trägerschaft wechseln

Der Gemeinderat Fellbach sprach sich für die Auflösung des Jugendhaus-Vereins aus. Die Vollversammlung soll im Oktober entscheiden; die Jugendarbeit soll unverändert weitergehen.

Von Fellbachs Redaktion1 Min. Lesezeit

Das Jugendhaus Fellbach und die Ebersberger Sägemühle sollen zum 1. Januar 2027 direkt von der Stadt Fellbach getragen werden. Der Gemeinderat sprach sich am 29. September mehrheitlich dafür aus, den Verein „Jugendhaus Fellbach e. V.“ aufzulösen. Die Vollversammlung des Vereins muss der Änderung noch zustimmen; sie soll im Oktober darüber entscheiden.

Bei einer Zustimmung sollen beide Einrichtungen als eigenständige Regiebetriebe im städtischen Haushalt geführt werden. Sie bleiben dem Amt für Bildung, Jugend, Familie und Sport zugeordnet.

Jugendarbeit soll unverändert weitergehen

An der pädagogischen Arbeit und am Auftrag der Einrichtungen soll sich nach der Neuordnung nichts ändern. Auch die Beteiligung junger Menschen soll ein zentrales Leitprinzip bleiben. Dazu zählen Hausversammlungen, Rückmeldungen im Alltag und die gezielte Einbindung von Nutzergruppen. Für die Mitarbeitenden ändert sich laut Mitteilung nichts, da sie bereits bei der Stadt angestellt sind.

Als Grund für die geplante Neuordnung nannte die Stadt die bisherigen vereinsrechtlichen Beteiligungs- und Gremienstrukturen, die sich in der Praxis zunehmend als wenig geeignet erwiesen hätten. Um den Verein rechtssicher und arbeitsfähig fortzuführen, wären zudem umfangreiche Änderungen an Satzung und Mietverträgen erforderlich.

Unterschiedliche Einschätzungen im Gemeinderat

Karl Würz (Grüne) sagte, die Bedenken seiner Fraktion hinsichtlich des Engagements seien nicht vollständig ausgeräumt. Ralf Holzwarth (FW/FD) verwies auf die Sorge, Jugendliche könnten Mitwirkungsmöglichkeiten und die Einrichtungen ein Stück Selbstständigkeit gegenüber der Stadt verlieren. Seine Fraktion sei dennoch überzeugt: „Beteiligung braucht keine Vereinsform.“

Dr. Birgit Berg (SPD) erklärte, der Verein sei vor fast 50 Jahren gegründet worden, um die Organisation sicherzustellen. Vieles, was damals neu gewesen sei, sei heute etabliert; die Auflösung bringe mehr Transparenz und Zeitersparnis. Franz Plappert (CDU) sagte: „Der Verein wird aufgelöst, nicht das Jugendhaus“; Arbeit und Engagement würden fortgeführt.

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