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Marion Gentges zu Forstwirtschaft und Waldumbau in Freudenstadt

Austausch im Rathaus, Eintrag ins Goldene Buch und gemeinsame Revierbesichtigung im Stadtwald bei Lauferbrunnen

Von Neues aus Freudenstadtvor 5 Tagen

Freudenstadt. Die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges (MdL), hat am Dienstag auf Einladung von Oberbürgermeister Adrian Sonder, der zugleich Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg ist, Freudenstadt besucht. Zunächst kamen beide im Rathaus zu einem Gespräch über aktuelle Entwicklungen in der Forstwirtschaft zusammen. Dabei trug sich Marion Gentges auch in das Goldene Buch der Stadt ein.

Im Anschluss besichtigten die Ministerin und Oberbürgermeister Sonder gemeinsam mit dem Vorstand der Forstkammer ein Revier im Stadtwald in der Nähe des Lauferbrunnens. Dort findet derzeit eine Jungbestandspflege statt.

Waldumbau als gemeinsame Aufgabe

Oberbürgermeister Sonder betonte, die Wälder stünden vor großen Herausforderungen. Deshalb brauche es einen engen Schulterschluss zwischen kommunalen und privaten Waldbesitzern sowie der Landesregierung. Nur gemeinsam könnten die vielen Themen angegangen und Fortschritte erzielt werden. Zugleich müsse der fortschreitende Klimawandel mit Hitzephasen und Waldbränden sehr ernst genommen werden.

Auch Ministerin Gentges, die aus dem Schwarzwald stammt, unterstrich die Bedeutung des Waldschutzes. Walderhalt und Waldschutz seien eine Priorität der Landesregierung. Ziel sei es, in den kommenden Jahren gute Rahmenbedingungen für die Wälder zu schaffen und die Waldbesitzer beim Waldumbau zu unterstützen. Diese Aufgabe brauche politische Kontinuität und Verlässlichkeit.

Städtischer Forstbetrieb arbeitet am klimaresistenten Wald

Der städtische Forstbetrieb von Freudenstadt bewirtschaftet nach eigenen Angaben rund 3300 Hektar Waldfläche und unternimmt viel, um sie zu pflegen und an die Anforderungen der Zeit anzupassen. Forstbereichsleiter Björn Waidelich bezeichnete die Jungbestandspflege als Schlüssel beim Umbau des Waldes hin zu einem klimaresistenten Forst, der besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommt.

Wenn der Mensch nicht eingreife, gewinne die schnell wachsende Fichte die Oberhand und nehme anderen Arten Licht und Lebensraum. Es gehe jedoch nicht darum, die Fichte zu verdrängen. Sie sei wichtig für das Ökosystem Schwarzwald mit seinen überwiegend sauren Böden. Ihr Anteil sei allerdings derzeit zu hoch. Der aktive Waldumbau in Freudenstadt habe bereits in den 1970er-Jahren begonnen. Aktuell betrage der Nadelholzanteil 92 Prozent. Die Fichte mache die Hälfte aus, der Tannenanteil liege bei einem Drittel. Künftig solle der Anteil anderer Arten wie Buche, Ahorn und Eiche sowie anderer Nadelhölzer wie Lärche und Douglasie steigen.

Waidelich sagte, die Richtung stimme. Man könne zwar darüber diskutieren, ob der Umbau schneller vorangehen sollte, pauschale Rezepte gebe es jedoch nicht. Entscheidend sei, den eigenen Wald zu kennen. Forstwirt Sebastian Braun verwies darauf, dass der Nordschwarzwald noch immer als vergleichsweise begünstigt gelte, weil die Niederschlagsquote durch die Höhenlage noch recht hoch sei. Deshalb seien Fichtenbestände dort deutlich vitaler als nur wenige Kilometer weiter im Glatttal. Erfolgreiche Waldwirtschaft setze daher standortbezogenes Wissen voraus und könne regional sehr unterschiedlich ausfallen.

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