Lahr und Offenburg drängen auf schnellere Lösungen bei Stromnetz-Engpässen

Die Oberbürgermeister von Lahr und Offenburg verlangen vom Land Baden-Württemberg rasche Schritte gegen Engpässe im vorgelagerten Stromnetz. Bei einer Besprechung mit Vertretern des Umweltministeriums Anfang Oktober schilderten Markus Ibert und Marco Steffens die Folgen für Unternehmen und formulierten ihre Erwartungen.
Seit Oktober 2025 ist nach Angaben der Städte eine Engpasssituation im 110-kV-Netz bekannt. Im Laufe des Jahres 2026 kamen weitere Bereiche hinzu. Inzwischen sei ein großer Teil des Versorgungsgebiets von E-Werk Netze betroffen. Die Ursache liege nicht im lokalen Verteilnetz, sondern im vorgelagerten Netz der EnBW und ihrer Netztochter Netze BW. Netzanschlusszusagen könnten derzeit nur noch bis zu einer Leistung von einem Megawatt erteilt werden.
Für Unternehmen, die sich ansiedeln oder erweitern wollen, sei ein verlässlicher Netzanschluss eine Grundvoraussetzung, sagte Ibert. Die Engpässe gefährdeten auch die Planungssicherheit, die Unternehmen und Kommunen benötigten, ergänzte Steffens. Lahr und Offenburg erwarteten deshalb, dass sich das Land für eine rasche Lösung einsetze.
Forderungen an das Land
Die beiden Oberbürgermeister verlangen beschleunigte Genehmigungsverfahren für Netzausbau und Netzanschlüsse sowie Lösungen, die vorgelagertes Netz und Verteilnetze gemeinsam betrachten. Außerdem sprechen sie sich für flexible Übergangslösungen aus, damit Unternehmen nicht bis zum Abschluss des Netzausbaus warten müssen, und fordern eine konsequente Digitalisierung der Netze und Abläufe.
Darüber hinaus solle sich Umweltministerin Thekla Walker persönlich mit dem Thema befassen. Das Land solle eine zentrale Ansprechstelle benennen, die die verschiedenen Handlungsstränge bündelt, für Kommunen und kommunale Landesverbände erreichbar ist und ressort-, behörden- sowie regionsübergreifend über angemessene Kompetenzen verfügt.
Engpässe könnten noch Jahre bestehen
Nach derzeitigem Stand soll der Engpass im Raum Offenburg etwa 2031 und im Raum Lahr etwa 2033 behoben sein. Diese Zeiträume seien für die Region nicht akzeptabel, sagte Ibert. Das Umweltministerium habe in der Besprechung darauf hingewiesen, dass nach Aussage der EnBW eine deutlich frühere Auflösung möglich sein könnte. Nun komme es auf konkrete Schritte und verbindliche Zeitpläne an, so Ibert.
Markus Ibert ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzender des E-Werks Mittelbaden; die Oberbürgermeister von Lahr und Offenburg wechseln sich in dieser Funktion jährlich ab.
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