Weinlese im Weingut Schloss Ortenberg gestartet
Frühester Lesebeginn in der Betriebsgeschichte und Erwartungen auf eine eher kleine, aber qualitativ hochwertige Ernte
Im Weingut Schloss Ortenberg hat am Montag, 17. August, die diesjährige Weinlese begonnen. Nach Angaben des Weinguts ist dies der früheste Lesebeginn in der Geschichte des Betriebs. Geschäftsführer Matthias Wolf führt die frühe Reife der Trauben auf die Witterung der vergangenen Monate zurück.
Das Weingut Schloss Ortenberg ging 1997 aus der Fusion des St. Andreas Weinguts der Stadt Offenburg und des Weinbauversuchsguts des Ortenaukreises hervor. Mit 45 Hektar Rebfläche ist es nach eigenen Angaben das größte kommunale Weingut Deutschlands. In diesem Jahr blickt der Zweckverband auf eine Saison zurück, die die Winzerinnen und Winzer vor besondere Herausforderungen stellte, zugleich aber Qualitäten verspricht.
Früherer Lesebeginn als in den vergangenen Jahren
Matthias Wolf ordnet den Start am 17. August als neuen Rekord ein. Vor 20 Jahren habe die Ernte meist erst Mitte September begonnen. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Lesestart bereits auf Anfang September verschoben, nun sei er noch einmal deutlich nach vorn gerückt. Die Aussage des Geschäftsführers macht nach Darstellung des Weinguts deutlich, wie stark sich die klimatischen Bedingungen auf den Reifeverlauf auswirken.
Die jüngsten kühleren Phasen bewertet Wolf als Entlastung für die Menschen bei der anstrengenden Lese und für die Reben. Gleichzeitig brauche der Boden weiterhin beständigen Landregen. Bei Gewittern bestehe im Weingut zudem die Sorge vor Hagel- und Sturmschäden, die kurz vor und während der Lese erhebliche Verluste verursachen könnten.
Ertrag geringer, Qualität hoch
Die Hitzewellen und die Trockenheit der vergangenen Wochen hatten Folgen für die Weinberge. Um größere Ausfälle zu vermeiden, wurden die Jungreben über Wochen hinweg bewässert. Auch alte Reben auf felsigen Standorten litten unter der Dürre. Das Weingut rechnet deshalb mit einer eher kleinen Ernte.
Gleichzeitig fällt die Bilanz bei der Qualität positiv aus. Wolf spricht von kerngesunden Trauben von bester Qualität. Auch der Pflanzenschutz habe keinerlei Probleme bereitet. Das sei besonders bemerkenswert, da das Weingut Schloss Ortenberg seine Flächen inzwischen im dritten Jahr erfolgreich rein biologisch bewirtschaftet.
Ablauf der Lese
Den Auftakt bildeten in der ersten Woche die Sektgrundweine. Direkt im Anschluss folgten die sogenannten Großen Gewächse aus den Burgundersorten. Diese Trauben wachsen auf steinigen Standorten und weisen einen geringeren Behang auf, weshalb sie im Vergleich zu Lagen mit tiefgründigen Böden noch einmal deutlich schneller reifen.
Zu Beginn der Lese waren zunächst die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weinguts im Einsatz. In der Woche vom 24. August kamen dann die saisonalen Lesehelferinnen und Lesehelfer hinzu. Matthias Wolf betont, dass das Weingut ihre Flexibilität sehr schätze.
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