Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention in Wertheim befasst sich mit Schutz vor sexueller Gewalt

Wertheim: Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention berät im Rathaus über Kinderschutz, sexuelle Gewalt und Suchtberatung; Schwerpunkt „Mein Körper, meine Regeln“.

Von Presse-Service.de2 Min. Lesezeit

Der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention in Wertheim hat sich bei seinem regelmäßigen Austausch im Wertheimer Rathaus mit aktuellen Themen der Präventionsarbeit, des Kinderschutzes und der Suchtberatung befasst. Dem Gremium gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik, Polizei und Stadtverwaltung sowie Fachleute aus der Kinder- und Jugendarbeit und von Beratungsstellen an. Geleitet wurde die Runde von Fachbereichsleiterin Ina Nolte.

Schutz vor sexueller Gewalt als Schwerpunktthema

Zu Beginn stellte Lena Schenkel von der Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt des Caritasverbands im Tauberkreis die Arbeit ihrer Einrichtung vor. Das Thema war als Schwerpunkt in die Sitzung aufgenommen worden, nachdem Jugendliche es im Beteiligungsformat "Jugend trifft Politik" unter dem Leitgedanken „Mein Körper, meine Regeln“ angesprochen hatten.

Nach Angaben der Stadt machten die Jugendlichen damit deutlich, wie wichtig für sie Aufklärung, Selbstbestimmung und der Schutz vor Grenzverletzungen sind. Schenkel stellte in einem Impulsvortrag Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte sowie Präventionsmaßnahmen vor. Dabei hob sie die Bedeutung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt hervor.

Ausstellung "Echt Klasse" am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Stephanie Eck von der Schulsozialarbeit des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Wertheim berichtete außerdem über die Ausstellung "Echt Klasse". Sie ist anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Aktionskreises Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung im Main-Tauber Kreis vom 12. Oktober bis 4. November am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu Gast.

Die Ausstellung richtet sich an Kinder und Jugendliche von der dritten bis zur sechsten Klasse. Sie vermittelt altersgerecht Inhalte zu Selbstbestimmung, zum Setzen persönlicher Grenzen und zum Schutz vor sexuellem Missbrauch. An sechs Stationen sollen Kinder und Jugendliche für den Schutz vor sexuellen Übergriffen sensibilisiert werden.

Suchtberatung schildert aktuelle Entwicklungen

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Bericht von Rouven Müller von der Suchtberatung im Main-Tauber-Kreis. Die Einrichtung ist eine Anlaufstelle für Suchtgefährdete, Suchtkranke und deren Angehörige.

Müller schilderte aktuelle Entwicklungen beim Drogenkonsum. Er wies unter anderem darauf hin, dass der Straßenpreis von Kokain in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sei und dadurch der Konsum zugenommen habe. Zudem werde vermehrt Mischkonsum beobachtet, bei dem verschiedene Substanzen kombiniert werden.

Zugleich betonte Müller, dass auch die Risiken der legalen Suchtmittel Alkohol und Nikotin nicht unterschätzt werden dürften. Wichtig seien deshalb eine frühzeitige Aufklärung, ein offener Dialog mit Jugendlichen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Polizei.

Arbeitskreis als Vernetzungsplattform

Nach Darstellung der Stadt dient der Arbeitskreis als Plattform für die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren aus Schulen, Jugendhilfe, Beratungseinrichtungen, Gesundheitswesen und Verwaltung. Gerade bei sensiblen und komplexen Themen wie Suchtprävention, Kinderschutz oder sexueller Gewalt soll der regelmäßige Austausch helfen, Herausforderungen frühzeitig gemeinsam anzugehen, Informationen zu bündeln und gemeinsame Handlungsansätze weiterzuentwickeln.

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