Emmendinger Pflegekonferenz diskutiert flexiblere ambulante Pflege

Die KPK Emmendingen beriet über zeitflexible ambulante Pflege und den Kreisseniorenbericht 2026–2040.

Von Redaktion LK Emmendingen2 Min. Lesezeit

Die Kommunale Kreispflegekonferenz (KPK) im Landkreis Emmendingen hat am Dienstag, 13. Oktober 2026, im Landratsamt Emmendingen über neue Ansätze für die ambulante Pflege und den Kreisseniorenbericht 2026–2040 beraten. Wegen des Schwerpunkts „Ist-Zeit-Pflege“ war die Sitzung für alle ambulanten Pflegedienste geöffnet; zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter nutzten die Möglichkeit zur Teilnahme.

Unterstützung nach tatsächlichem Zeitbedarf

Bei der „Ist-Zeit-Pflege“ wird nicht nach einzelnen Leistungsmodule abgerechnet, sondern die tatsächlich benötigte Zeit zugrunde gelegt. Pflegekräfte können gemeinsam mit den Pflegebedürftigen flexibler entscheiden, welche Unterstützung an einem bestimmten Tag erforderlich ist. Neben der Körperpflege können dazu etwa ein Treppentraining, aktivierende Unterstützung oder ein entlastendes Gespräch gehören.

Das Modell überträgt den Pflegekräften mehr Eigenverantwortung und soll die Unterstützung stärker an der individuellen Situation ausrichten. Flexible und bedarfsgerechte Arbeitsweisen können nach Einschätzung der Konferenz auch zur Arbeitszufriedenheit beitragen und angesichts des rückläufigen verfügbaren Pflegepersonals ein Baustein sein, um die ambulante Versorgung sicherzustellen.

Kreisseniorenbericht benennt Handlungsfelder

Der Kreisseniorenbericht 2026–2040 geht davon aus, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen weiter steigen wird. Bestehende Pflegeinfrastrukturen sollen deshalb erhalten und, soweit möglich, ausgebaut werden. Der Bericht betont zudem, dass Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss.

Als Handlungsfelder nennt er barrierefreie Wohnquartiere und Wohnungen, ausreichende Wohnmöglichkeiten für Pflegekräfte, die Integration ausländischer Pflegekräfte sowie die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements für ältere und unterstützungsbedürftige Menschen. Auch die Zusammenarbeit über verschiedene Bereiche der Pflege und Versorgung hinweg soll gestärkt werden. Pflegebedürftigkeit soll möglichst vermieden oder hinausgezögert werden. Dazu gehört laut Bericht auch, Einsamkeit zu vermeiden, die ein Risikofaktor für Demenz und Pflegebedürftigkeit sein kann.

Der Bericht soll demnächst auf der Internetseite des Landratsamtes Emmendingen veröffentlicht werden. Die KPK wird im Landkreis seit dem 1. September 2020 umgesetzt und seit Dezember 2019 durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Sie befindet sich aktuell in ihrer dritten Förderperiode.

Ziel der KPK ist es, die Pflegeinfrastruktur im Landkreis weiterzuentwickeln und zu steuern. Älteren und pflegebedürftigen Menschen soll möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglicht werden. Zugleich sollen sorgende Gemeinschaften gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen der Pflege und Versorgung verbessert werden.

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