Landkreis plant rund zwölf Millionen Euro für Kreisstraßen
Der Landkreis Karlsruhe will sein Erhaltungsprogramm für Kreisstraßen und Bauwerke für die Jahre 2027 bis 2031 fortschreiben. Für die Straßenerhaltung ergibt sich ein Bedarf von rund zwölf Millionen Euro. Der Ausschuss für Umwelt und Technik nahm die aktuellen Zustandserfassungen zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, das Kreisstraßenprogramm auf dieser Grundlage weiterzuentwickeln.
Vorrang sollen weiterhin Fahrbahndecken in sehr schlechtem Zustand haben. Zusätzlich ist vorgesehen, etwa die Hälfte der derzeit als schlecht eingestuften Strecken vorzuziehen, um einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken. Größere zusammenhängende Abschnitte sollen bevorzugt saniert werden; kleinere Strecken sollen, wenn möglich, zu wirtschaftlichen Einheiten gebündelt werden.
Im vorherigen Programmzeitraum von 2022 bis 2026 investierte der Landkreis rund elf Millionen Euro in die Straßenerhaltung. Damit konnte der Zustand der Kreisstraßen insgesamt erhalten werden. Die Zustandserfassung erfolgte im Frühjahr 2026. Ihre Ergebnisse sollen den Städten und Gemeinden in den kommenden Wochen zur Stellungnahme übermittelt werden. Danach werden konkrete Maßnahmen ausgearbeitet. Das abgestimmte Programm soll den zuständigen Gremien im Frühjahr 2027 zur Entscheidung vorgelegt werden.
Weitere drei Millionen Euro für Bauwerke vorgesehen
Der Landkreis ist für rund 800 Kilometer Kreisstraßen, 85 Bauwerke wie Brücken und Durchlässe sowie 95 Stützwände verantwortlich. Mehr als die Hälfte der Bauwerke ist in gutem Zustand; die übrigen sind überwiegend als befriedigend bis ausreichend bewertet. Für ihre Sanierung wurden 2022 bis 2026 rund vier Millionen Euro investiert. Im nächsten Programmzeitraum werden weitere drei Millionen Euro benötigt. Bei Bauwerken kann bereits ein ausreichender Zustand Handlungsbedarf bedeuten, wenn die Verkehrssicherheit betroffen ist.
Winterdienst soll stärker auf Sole setzen
Auch die Weiterentwicklung des Winterdienstes stand auf der Tagesordnung. Der Landkreis verfügt über sechs Großfahrzeuge in den Straßenmeistereien Bretten, Bruchsal und Ettlingen. Für Einsatzspitzen kommen Fahrzeuge samt Fahrern von Fremdunternehmen hinzu; in den vergangenen fünf Jahren waren auf diesem Weg fast 20 Fahrzeuge im Einsatz.
Der Landkreis bereitet eine schrittweise Umstellung auf reine Solestreuung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vor. Das aktuelle technische Regelwerk bewertet diese Methode als zukunftsweisenden Standard: Sie kann den Salzverbrauch weiter verringern und die Wirkungsdauer verbessern. Anforderungen dafür sind bereits in laufenden Vergabeverfahren enthalten. Die vorhandene Soletechnik an den drei Straßenmeistereien ist dafür ausgelegt.
Die Tanks fassen jeweils 40.000 Liter, reichen für einen präventiven Einsatz im gesamten Straßennetz aber nur eingeschränkt aus. In Bruchsal und Ettlingen wurden beim Neubau der Salz- und Solelager bauliche Voraussetzungen für zusätzliche Tanks geschaffen. In Bretten gibt es noch eine ältere Salzlagerhalle. Der Landkreis will seine Winterdienstkonzeptionen überarbeiten und die Tourenplanung mit Blick auf Streuwirkung, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit optimieren. Auf dieser Grundlage soll auch über zusätzliche Solelagerkapazitäten entschieden werden.
Außerdem prüft das Amt für Straßen ein neues System zur Erfassung von Fahrbahntemperaturen, um Glätteprognosen zu verbessern. Ein erstes Angebot wird fachlich und wirtschaftlich bewertet. Der Landkreis erwägt, sich als Modell-Landkreis zu beteiligen. Den Sachstand zur Weiterentwicklung des Winterdienstes nahm der Ausschuss zur Kenntnis.
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