Bottwartalbahn: Land stuft Reaktivierung als „weiterer Bedarf“ ein
Die Reaktivierung der Bottwartalbahn erhält vom Land Baden-Württemberg vorerst keine Förderung. Das Vorhaben wurde bei einer Neubewertung der Schienenpersonennahverkehrsprojekte der zweiten Gruppe zugeordnet und als „weiterer Bedarf“ eingestuft. In fünf Jahren will das Land die Vorhaben erneut bewerten.
Landrat Dietmar Allgaier bezeichnete die Entscheidung als „einen herben Rückschlag für die Reaktivierung der Bottwartalbahn“. Er kritisierte zudem, der Landkreis sei nicht frühzeitig über die Priorisierungsüberlegungen des Landes informiert worden.
Untersuchungen laufen weiter
Seit 2017 sind nach Angaben des Landkreises rund 660.000 Euro für die Untersuchungen zur Reaktivierung angefallen. Die Kosten tragen gemeinsam der Landkreis Heilbronn einschließlich der Stadt Heilbronn, der Landkreis Ludwigsburg und die beteiligten Bottwartalkommunen.
Derzeit laufen weitere Arbeiten zur Vorbereitung der Standardisierten Bewertung. Untersucht werden die gesamte Strecke und die konkrete Trassenführung in beiden Landkreisen. Zusätzlich lässt die Stadt Heilbronn innerstädtische Trassenvarianten prüfen. Der Abschluss der Bewertung wird nach aktuellem Stand für Mitte 2027 erwartet.
Welche Folgen die Landesentscheidung für die laufenden Untersuchungen hat, wollen die Projektpartner nun gemeinsam beraten. Ob bisherige Ergebnisse bei einer späteren Neubewertung genutzt werden können, ist offen. Bei einer längeren Unterbrechung könnten sich Rahmenbedingungen verändern und Untersuchungen aktualisiert oder ergänzt werden müssen.
Projektpartner wollen weiteres Vorgehen klären
Der Landkreis Ludwigsburg plant zeitnahe Gespräche mit dem Landkreis Heilbronn, der Stadt Heilbronn und den beteiligten Kommunen: Marbach, Murr, Steinheim, Großbottwar und Oberstenfeld sowie Beilstein, Ilsfeld und Talheim.
Der Heilbronner Landrat Norbert Heuser sprach sich dafür aus, die bisherigen Arbeiten nicht vorschnell infrage zu stellen. Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann sagte, die kommenden fünf Jahre sollten intensiv genutzt werden, um die Planungen voranzubringen. Ob eine Wiederaufnahme des Projekts nach fünf Jahren realistisch ist, lasse sich derzeit nicht seriös beurteilen.
Der Landkreis Ludwigsburg will über das weitere Vorgehen und die Ergebnisse der Gespräche zu gegebener Zeit informieren.
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