Haushaltsprognose für den Landkreis Ludwigsburg: ordentliches Ergebnis mit deutlicher Verschlechterung

Landkreis Ludwigsburg: Haushaltsprognose verschlechtert sich um 23,8 Mio. Euro. Defizit steigt auf 40,2 Mio., Liquidität gerät unter Druck.

Von Redaktion LK Ludwigsburg2 Min. Lesezeit

Die finanzielle Lage des Landkreises Ludwigsburg entwickelt sich nach aktueller Prognose deutlich schlechter als erwartet. Der Verwaltungsausschuss wurde in seiner Sitzung am Montag, 28. September, darüber informiert, dass sich das ordentliche Ergebnis des Haushalts um rund 23,8 Millionen Euro verschlechtern wird.

Landrat Dietmar Allgaier betonte, die Entwicklung sei nicht auf bereits beschlossene Konsolidierungsmaßnahmen zurückzuführen. Als Hauptursachen nannte er vor allem hohe Kosten im Bereich der Eingliederungshilfe sowie verzögerte Erstattungen des Landes.

Mehrkosten bei Transferaufwendungen und fehlende Abschlagszahlungen

Besonders bei den Transferaufwendungen rechnet der Landkreis derzeit mit Mehrkosten von rund 16,2 Millionen Euro. Diese resultieren vor allem aus Nachzahlungen für Vorjahre. Für das Jahr 2026 hat der Landkreis vom Land bislang lediglich Abschlagszahlungen von rund 7,5 Millionen Euro erhalten. Im Haushalt waren jedoch Einnahmen von 25 Millionen Euro eingeplant.

Dadurch entsteht zunächst eine Finanzierungslücke von rund 12,5 Millionen Euro. Ein Ausgleich dieser Beträge wird erst in den kommenden Jahren erwartet. Allgaier appellierte an das Land, die Abschlagszahlungen künftig rechtzeitig zu leisten. Die Stadt- und Landkreise könnten für das Land in dieser Größenordnung nicht länger in Vorleistung gehen, sagte er.

Sozialetat weicht vor allem zeitlich ab

Sozialdezernent Christos Vavouras erklärte, die Abweichungen im Sozialetat seien größtenteils auf zeitliche Verschiebungen bei Erstattungen des Landes und bei Auszahlungen für Vorjahre zurückzuführen. Die tatsächliche Verschlechterung gegenüber dem Planansatz liege nur bei rund 3,5 Millionen Euro.

Als Gründe für diese Entwicklung nannte er höhere Kostensteigerungen als erwartet, etwa durch Tarifabschlüsse, gestiegene Sachkosten und vertraglich vereinbarte Dynamisierungen.

Defizit steigt auf voraussichtlich 40,2 Millionen Euro

Finanzdezernentin Bettina Beck erläuterte, der Landkreis müsse mit 2,4 Millionen Euro geringeren Erträgen rechnen. Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen um 21,4 Millionen Euro. Insgesamt verschlechtere sich das Ergebnis damit um 23,8 Millionen Euro. Das Defizit wachse dadurch von ursprünglich geplanten 16,5 Millionen Euro auf voraussichtlich 40,2 Millionen Euro.

Auch die Liquidität des Landkreises gerate stärker unter Druck als erwartet. Statt des kalkulierten Zahlungsmittelüberschusses des Ergebnishaushalts von 3,1 Millionen Euro werde nun ein Zahlungsmittelbedarf von 20,7 Millionen Euro prognostiziert. Hinzu komme ein um 5,3 Millionen Euro höherer Finanzierungsbedarf für Investitionen.

Da die Kreditermächtigung 2026 entsprechend dem Kreistagsbeschluss vom 17. Juli 2026 nicht genutzt werden soll, entstehe zusätzlich ein Finanzierungsbedarf aus der Finanzierungstätigkeit von 4,3 Millionen Euro. Insgesamt verschlechtere sich der Finanzhaushalt damit um 39,7 Millionen Euro. Der Finanzierungsmittelbestand des Landkreises werde sich nach aktueller Prognose um 68,3 Millionen Euro verringern.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern:

Einfache Sprache