Gesundheitskonferenz benennt zentrale Versorgungsaufgaben im Rems-Murr-Kreis

Der Rems-Murr-Kreis beriet über Gesundheitsversorgung, Klinikreformen und einen Hitzeaktionsplan. Ein Basisbericht soll am 23. November 2026 veröffentlicht werden.

Von Redaktion LK Rems-Murr-Kreis2 Min. Lesezeit

Die Kommunale Gesundheitskonferenz des Rems-Murr-Kreises hat bei ihrer Sitzung am 15. Oktober zentrale Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung beraten. Im Mittelpunkt standen ein erstmals erstellter Basisbericht zur gesundheitlichen Situation der Bevölkerung, die Folgen von Reformen für Kliniken sowie vernetzte Beratungsangebote und ein geplanter Hitzeaktionsplan.

Basisbericht zeigt Handlungsbedarf bei Versorgung und Pflege

Der Bericht bündelt Daten zur Bevölkerungsentwicklung und zu Lebensbedingungen, zur medizinischen und pflegerischen Versorgung, zum Gesundheitszustand sowie zur Kindergesundheit. Er soll im Rahmen der Sitzung des Sozialausschusses am 23. November 2026 veröffentlicht und anschließend über das Bürgerinformationsportal des Landratsamts zugänglich gemacht werden.

Im Jahr 2025 waren 7,3 Prozent der Menschen im Landkreis mindestens 80 Jahre alt; im Landesdurchschnitt lag der Anteil bei 6,7 Prozent. Nach der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung kommen 2036 und 2037 auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich rund 48 Menschen ab 65 Jahren. Derzeit sind es 39. Der Bericht hebt deshalb wohnortnahe Angebote für medizinische Versorgung, Pflege, Beratung und Unterstützung als wichtige Aufgaben hervor.

Bei den Einschulungsuntersuchungen 2022/23 hatten 92,1 Prozent der Kinder die Vorsorgeuntersuchungen U3 bis U6 lückenlos wahrgenommen, verglichen mit 94,0 Prozent im Landesdurchschnitt. Die Masern-Impfquote unter den Kindern mit vorgelegtem Impfnachweis betrug 95,6 Prozent. Die FSME-Impfquote lag bei 28,3 Prozent und damit unter dem Landeswert von 31,8 Prozent. Der Landkreis ist ein FSME-Risikogebiet; der Bericht verweist deshalb auf die Bedeutung von Informationen zum Zeckenschutz und zu individuellen STIKO-Impfempfehlungen.

Als zentrale Handlungsfelder nennt der Bericht eine kleinräumige und soziallagenbezogene Planung, die Sicherung der ambulanten Versorgung, den Ausbau von Pflege- und Unterstützungsstrukturen sowie Prävention, Kindergesundheit und Impfschutz.

Klinikreformen und künftige Hitzevorsorge

Der Klinikleiter des Rems-Murr-Klinikums Winnenden, Dr. Christian Schliep, berichtete über die Auswirkungen der Krankenhaus- und Notfallreform auf den Landkreis und die Rems-Murr-Kliniken. Ab 2027 komme das Beitragssatzstabilisierungsgesetz hinzu, das Kliniken wirtschaftlich belaste. Die ebenfalls für 2027 vorgesehene Notfallreform könne Klinik-Notaufnahmen entlasten; konkrete Auswirkungen seien laut Mitteilung noch offen. Als gemeinsames Ziel wurden die Qualität und Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung genannt.

Das Projekt „Gesund vernetzt – Gesundheitskompetenz kreisübergreifend stärken“ umfasst ein niedrigschwelliges psychosoziales Beratungsangebot in Alfdorf, Kaisersbach, Durlangen, Spraitbach und Gschwend. Zudem soll eine digitale Übersicht soziale und gesundheitliche Angebote im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis auffindbar machen.

Bis Mai 2027 will das Landratsamt außerdem einen Hitzeaktionsplan erstellen. Er soll Handlungsempfehlungen unter anderem für Kindergärten, Grundschulen, Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser enthalten.

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