„Pflege im Takt der Region“ startet am 1. Oktober in Schorndorf und Umgebung

Im Mittelbereich Schorndorf–Welzheim startet am 1. Oktober 2026 das Modellvorhaben „Pflege im Takt der Region“. Das Vorhaben ist als Modellprojekt nach § 123 SGB XI angelegt und soll die Pflegeversorgung in der Region stärken sowie pflegende Angehörige entlasten.
Getragen wird das Projekt von zehn Kommunen gemeinsam mit den Rems-Murr-Kliniken und dem Rems-Murr-Kreis. Federführend ist die Stadt Schorndorf. Nach Angaben der Beteiligten umfasst der Einzugsbereich rund 122.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Drei Schwerpunkte für die Pflege vor Ort
Das Modellvorhaben setzt an drei Stellen an. Ambulante Pflegedienste sollen ihre Touren besser aufeinander abstimmen und bei komplexen Pflegesituationen enger zusammenarbeiten. Zugleich soll ehrenamtliche Unterstützung ausgebaut und begleitet werden. Hinzu kommen digitale Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen soll es dadurch leichter werden, vor Ort passende Hilfe zu finden. Mit ambulanten Diensten aus der Region haben nach Angaben der Projektträger bereits Gespräche stattgefunden. Vier etablierte Dienste haben demnach Interesse an einer Beteiligung bekundet.
Laufzeit bis Ende 2029
Das Modellvorhaben läuft bis Ende 2029. Bei der Stadt Schorndorf soll eine interkommunale Geschäftsstelle angesiedelt werden. Sie soll die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und Partner koordinieren und die Weiterentwicklung der regionalen Pflegeversorgung begleiten.
Die Idee für das Projekt entstand in der interkommunalen Planungsgruppe Schorndorf–Welzheim. Der Rems-Murr-Kreis war nach Angaben der Mitteilung an der Entwicklung eng beteiligt. Die Sozialplanung des Landratsamts wirkte in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an den drei Projektbausteinen mit, unterstützte die Stadt Schorndorf bei Förderkonzept und Antrag und soll künftig auch in der Lenkungsgruppe mitarbeiten.
Förderung von rund 1,19 Millionen Euro
Für das Vorhaben sind zuwendungsfähige Gesamtausgaben von rund 1,19 Millionen Euro vorgesehen. Das Land Baden-Württemberg hat dafür bis zu rund 595.000 Euro bewilligt. Die Pflegekassen tragen einen Förderanteil in gleicher Höhe.
Die Förderung erfolgt jeweils zur Hälfte durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat, sowie durch Mittel der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung. Diese Finanzierung erfolgt nach Angaben der Mitteilung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Pflegekassen Baden-Württemberg und dem Bundesministerium für Gesundheit.
Teil des Landesprogramms „OrtsNahePflege BW“
Das Projekt ist Teil des Landesprogramms „OrtsNahePflege BW“. Schorndorf gehört damit nach Angaben der Mitteilung zu den ersten sechs Modellstandorten in Baden-Württemberg. Die Projekte werden wissenschaftlich begleitet. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen zeigen, welche Ansätze sich bewähren und möglicherweise auf andere Regionen übertragen werden können.
Diese Kommunen sind beteiligt
- Urbach
- Plüderhausen
- Winterbach
- Remshalden
- Rudersberg
- Welzheim
- Alfdorf
- Kaisersbach
- Berglen
- Schorndorf
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