Borkenkäferbefall könnte 2027 im Rhein-Neckar-Kreis deutlich zunehmen
Die Wälder im Rhein-Neckar-Kreis sind durch den heißen, trockenen Sommer geschwächt. Zwar waren die Schadholzmengen bislang deutlich niedriger als in den Vorjahren. Das Kreisforstamt warnt jedoch, dass der Borkenkäferbefall 2027 deutlich zunehmen könnte: Nach den extremen Jahren 2003 und 2018 waren die Schadholzmengen jeweils erst im Folgejahr stark gestiegen.
In diesem Sommer waren vor allem Fichten und Lärchen vom Borkenkäfer betroffen. Kiefern und Douglasien litten vor allem direkt unter Hitze und Trockenheit. An Laubbäumen zeigen sich seit Juli vielfach Kronenverfärbungen, bei Nadelbäumen deutlicher Nadelverlust. Eine starke Verfärbung oder ein ausgeprägter Nadelverlust weisen bei Nadelbäumen laut Kreisforstamt meist auf ein Absterben hin.
Mit den gesunkenen Temperaturen gehen die Käfer inzwischen in die Winterruhe; frischer Befall sei daher nur noch selten zu erwarten. Bereits angelegte Bruten können sich aber noch vollständig entwickeln. Befallene Bäume sollten möglichst früh entfernt und spätestens bis Februar aus dem Wald gebracht werden – bevor sich die Rinde ablöst. Andernfalls können die Käfer in den Boden gelangen und dort überwintern.
Waldbesitzenden empfiehlt das Kreisforstamt außerdem, befallene Holzpolter zeitnah aus gefährdeten Beständen abzufahren. Sturm- und Schneebruchholz sollte vor Beginn der nächsten Käfersaison unschädlich gemacht werden, etwa durch Entrindung oder Hackung sowie die Abfuhr des Kronenmaterials. Die anhaltende Belastung durch Hitze, Trockenheit und Schaderreger könne Bäume auch in den kommenden Jahren schwächen, erklärt Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamtes.
Bei Fragen oder Unsicherheiten können sich Waldbesitzende an die zuständigen Forstrevierleitungen wenden. Ansprechpartner und Kontakte sind unter www.rhein-neckar-kreis.de/kreisforstamt aufgeführt.
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