Haushaltsentwurf 2027: Rhein-Neckar-Kreis plant weitere Einsparungen

Landrat Manuel Just brachte den Haushaltsentwurf 2027 im Kreistag ein. Trotz Einsparungen von 30 Millionen Euro bleibt die Finanzlage der Kommunen angespannt.

Von Redaktion LK Rhein-Neckar-Kreis2 Min. Lesezeit
Taschenrechner und neutrale Unterlagen auf einem Schreibtisch. KI-Symbolbild.

KI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

KI-Symbolbild

Landrat Manuel Just hat am 20. Oktober 2026 in öffentlicher Sitzung des Kreistags in Plankstadt den Verwaltungsentwurf für den Haushalt des Rhein-Neckar-Kreises 2027 eingebracht. In seiner Rede verwies er auf Einsparungen und eine angespannte Finanzlage der Kommunen.

In drei Sitzungen der Haushaltsstrukturkommission seien weitere Einsparungen von 17,9 Millionen Euro im konsumtiven Bereich und 12,1 Millionen Euro im investiven Teil zusammengetragen worden. Sie beträfen den Kernhaushalt und den Eigenbetrieb Bau, Vermögen und Informationstechnik. Die Konsolidierung wirke sich inzwischen auch auf freiwillige Angebote aus, sagte Just.

Als zentrale Ausgabentreiber nannte der Landrat die Krankenhausfinanzierung und die steigenden Aufwendungen für soziale Leistungen, insbesondere die Eingliederungshilfe. Neun Landkreise, darunter der Rhein-Neckar-Kreis, wiesen 2026 zusammen ein Defizit von 87,7 Millionen Euro aus. Der Zuschussbedarf für Soziales steige landkreisweit im selben Jahr um 470 Millionen Euro oder 8,1 Prozent. Die Kreisumlage werde trotz ihrer Erhöhung vollständig vom Sozialaufwand aufgezehrt und bringe damit auch Städte und Gemeinden in Zahlungsschwierigkeiten, sagte Just.

Für das Vorjahr bezifferte Just das Rekorddefizit der Landkreise, Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg auf insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Der Schuldenstand der Landkreise sei 2025 um 56 Prozent auf sechs Milliarden Euro gestiegen. Für 2026 erwartete er einen weiteren Anstieg um 14,2 Prozent beziehungsweise 856 Millionen Euro auf rund sieben Milliarden Euro.

Zusätzliche Landesmittel für 2027 bezifferte Just auf voraussichtlich rund 1,2 Milliarden Euro. Darin seien jedoch rund 500 Millionen Euro enthalten, die im Rahmen der Konjunkturkomponente an das Land zurückzuzahlen seien. Weitere 400 Millionen Euro entfielen auf Abschlagszahlungen für Leistungen nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG), auf die Kommunen laut Just ohnehin Rechtsansprüche hätten. Er forderte eine dauerhaft tragfähige Finanzierung durch das Land und strukturelle Reformen.

Mit der Einbringung des Verwaltungsentwurfs wurde der Haushalt erstmals im Kreistag beraten. Eine Entscheidung über den Haushalt war damit nicht verbunden. Weitere Hintergründe zur Sitzung und zum Haushaltsentwurf finden sich in unserem Bericht über die Kreistagssitzung am 20. Oktoberexterner Link, öffnet ein neues Fenster.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Artikel teilen:

Quellen & Infos

Verantwortung

Redaktionell verantwortlich
Konrad Mayer