Warum Blätter sich verfärben und Bäume vorzeitig Laub verlieren

Im Rhein-Neckar-Kreis verfärbten sich Blätter vielerorts bereits ab Ende Juli und fielen vorzeitig zu Boden. Häufige Ursachen sind Hitze und anhaltende Trockenheit. Warum Bäume ihr Laub abwerfen und was dabei im Blatt geschieht, erläutert das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises.
Was hinter den Herbstfarben steckt
Wenn die Tage kürzer werden, stellen Laubgehölze die Chlorophyllproduktion ein. Der grüne Farbstoff ermöglicht die Fotosynthese und wird im Herbst nach und nach abgebaut. So gewinnen Bäume Nährstoffe wie Stickstoff und Magnesium aus den Blättern zurück und speichern sie in Stamm und Wurzeln für das nächste Frühjahr.
Mit dem Verschwinden des Chlorophylls werden andere Farbstoffe sichtbar. Sie waren bereits im Blatt vorhanden, wurden aber vom Grün überdeckt. Schließlich bildet sich am Blattstiel eine Trennzone, und das Blatt fällt ab. Das schützt den Baum vor Wasserverlust: Über die Blätter verdunstet Wasser, während die Wurzeln bei Kälte und gefrorenem Boden kaum noch Wasser aufnehmen können.
Vorzeitiger Laubfall hat unterschiedliche Ursachen
Manche Baumarten, darunter Eichen, können bei Hitze und Trockenheit Alterungs- und Abbauprozesse im Blatt geordnet einleiten. Sie verkleinern so ihre Blattfläche, um Wasser zu sparen, und versuchen, möglichst viele Nährstoffe zurückzugewinnen. Bei Trockenstress gelingt diese Rückgewinnung jedoch nicht immer vollständig.
Anders verläuft die sogenannte Blattverbrennung: Hitze und Wassermangel schädigen das Blattgewebe so stark, dass Zellen absterben. Das Blatt vertrocknet, bevor der Baum den Nährstoffabbau und die Rückverlagerung ausreichend abschließen kann. Häufig zeigen sich braune, trockene Ränder und Spitzen; manche Blätter fallen noch grün zu Boden. Im Rhein-Neckar-Kreis ist die Rotbuche davon am häufigsten betroffen.
Ein frühes Zeichen ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge
„Ein früher Laubfall sowie frühzeitige Laubverfärbungen bedeuten nicht automatisch, dass ein Baum sterben wird“, erklärt Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamts. Wiederholen sich Hitze- und Trockenphasen, können Bäume Nährstoffe verlieren, weniger Fotosynthese betreiben und im Folgejahr möglicherweise weniger neue Blätter bilden. Durch die Schwächung können sie außerdem anfälliger für weitere Schäden werden.
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