Flachwasserzonen sollen Lebensraum am Pfohrener Riedsee verbessern
Am Westufer des Pfohrener-Riedsees sollen neue Flachwasserzonen entstehen. Die Arbeiten sind für Herbst und Winter 2026/2027 sowie für den Herbst 2027 vorgesehen. Davon profitieren sollen vor allem seltene Vogelarten wie der Flussregenpfeifer, der offene, vegetationsarme Uferbereiche benötigt.
Material vom früheren Kiesabbau
Für die neuen Uferbereiche wird Abraummaterial des ehemaligen Kiesabbaus am Westufer in den See eingebracht und dort modelliert. Die Maßnahme soll den Lebensraum heimischer Wasser- und Watvögel aufwerten und Rast- sowie Überwinterungsquartiere für Zugvögel verbessern. Auch Libellen und Amphibien sollen von den neuen Strukturen profitieren.
Zudem soll die künftige Flachwasservegetation durch Nährstoffbindung, Sauerstoffeintrag und Beschattung dazu beitragen, das Blaualgenwachstum im See zu verringern. Auftraggeber ist das Naturschutzgroßprojekt Baar des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis.
Zwei Bauabschnitte bis 2027
Zunächst werden Gehölze im Baufeld gefällt. Das ist laut Mitteilung erforderlich, um Erdreich entnehmen zu können. Zugleich sollen offene Uferbereiche die Anfliegbarkeit für Vögel verbessern. Gehölze können zudem räuberischen Vogelarten als Ansitz dienen und damit eine Gefahr für künftige Brutvögel darstellen.
Anschließend wird Boden abgetragen und dammförmig in den See eingebracht. Nach einer Absetzzeit über den Sommer sollen die Flachwasserzonen im Herbst 2027 endgültig ausgeformt werden.
Wege zeitweise gesperrt
Gearbeitet wird bewusst in den Herbst- und Wintermonaten; zum Einsatz soll pflegliche Maschinentechnik kommen. Dennoch wird es aus Sicherheitsgründen immer wieder zu Sperrungen der Spazier- und Radwege rund um den See kommen. Konkrete Sperrzeiten nennt die Mitteilung nicht.
Das Vorhaben wurde mit der Stadt Donaueschingen als Flächeneigentümerin, der Angelvereinigung Donaueschingen-Pfohren e.V., den Netzbetreibern TransnetBW und Naturenergie sowie regionalen Naturschutzverbänden abgestimmt. Die Baufreigabe des Amtes für Umwelt-, Wasser- und Bodenschutz liegt vor.
Fragen zur Maßnahme und zum Naturschutzgroßprojekt Baar beantwortet Thomas Kring per E-Mail an [email protected].
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