Schwarzwald-Baar-Kreis sucht Pflegeeltern für Kinder

Der Pflegekinderdienst im Schwarzwald-Baar-Kreis sucht Pflegeeltern und informiert über Voraussetzungen, Begleitung, Seminare und finanzielle Leistungen.

Von Redaktion LK Schwarzwald-Baar-Kreis2 Min. Lesezeit
Porträt von Martina Bruhn, Teamleitung des Pflegekinderdienstes im Jugendamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis.

Foto: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis

Foto: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis

Der Pflegekinderdienst im Jugendamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis sucht Menschen, die Pflegeeltern werden möchten. Pflegefamilien bieten Kindern, die vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren Eltern leben können, ein sicheres Zuhause und eine verlässliche Bezugsperson.

Pflegeeltern können verheiratete oder unverheiratete Paare, gleichgeschlechtliche Paare und Einzelpersonen sein. Wichtig seien Freude am Leben mit Kindern, ein guter Blick für deren Bedürfnisse, stabile Lebensverhältnisse und die Bereitschaft, sich auf den Beziehungsaufbau einzulassen, erklärt Martina Bruhn, Teamleiterin des Pflegekinderdienstes. Auch Flexibilität und Offenheit für Neues seien hilfreich.

Information und Vorbereitung

Interessierte können sich direkt beim Pflegekinderdienst melden oder zunächst per E-Mail Kontakt aufnehmen. In persönlichen Gesprächen klären die Fachkräfte gemeinsam mit den Interessierten, welche Möglichkeiten und Grenzen es gibt. Außerdem werden die gesundheitliche Situation und das polizeiliche Führungszeugnis geprüft. In der Wohnung muss ausreichend Platz für ein Kind vorhanden sein; ein eigenes Zimmer ist laut Bruhn jedoch keine zwingende Voraussetzung.

Vor der Aufnahme eines Pflegekindes bietet der Pflegekinderdienst ein Seminar mit fünf Abenden an. Dort erhalten künftige Pflegeeltern Informationen für den Alltag und können andere Familien kennenlernen.

Begleitung und finanzielle Unterstützung

Pflegefamilien werden von einer Fachberaterin oder einem Fachberater eng begleitet. Dazu gehören telefonische Beratung, Hausbesuche und ein- bis zweimal jährlich Hilfeplangespräche, in denen die weiteren Ziele für das Kind gemeinsam festgelegt werden. Hinzu kommen Fortbildungsangebote und Austauschabende mit anderen Pflegefamilien. Einmal jährlich feiern die Pflegefamilien gemeinsam.

Das Jugendamt deckt den Lebensunterhalt des Kindes. Dazu zählen die Ausstattung des Wohnraums und monatliches Pflegegeld für den alltäglichen Bedarf sowie für Pflege und Erziehung. Für bestimmte Anlässe gibt es Beihilfen und Zuschüsse, auch zur Altersvorsorge der Pflegeperson.

Nach Abschluss des Seminars erhalten Pflegefamilien im Schwarzwald-Baar-Kreis für die ersten zwei Jahre erhöhtes Pflegegeld. Für ein Kind unter sechs Jahren nennt Bruhn als Beispiel eine monatliche Leistung von 1.642 Euro. Bei der Aufnahme eines Säuglings oder Kleinkindes besteht Anspruch auf Elternzeit, nicht aber auf Elterngeld. Zusätzlich können monatlich 500 Euro an elterngeldähnlichen Leistungen gewährt werden, wenn die Pflegefamilie im ersten Jahr auf Fremdbetreuung verzichtet und direkt mit dem Jugendamt zusammenarbeitet.

Pflegekinder haben laut Bruhn häufig schwierige Erfahrungen gemacht, etwa Vernachlässigung oder Gewalt. Der Aufbau von Vertrauen und die Eingewöhnung in den Familienalltag können deshalb Zeit und Geduld erfordern.

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