Borkenkäfer und Dürre bedrohen Wälder im Landkreis Sigmaringen

Borkenkäfer und Dürre setzen den Wäldern im Landkreis Sigmaringen zu. Waldbesitzende sollten ihre Bestände kontrollieren und Befall rasch aufarbeiten lassen.

Von Redaktion LK Sigmaringen2 Min. Lesezeit
Forstrevierleiter Robert Hauser steht im ausgetrockneten Bachbett der Fehla bei Neufra.

Foto: Landratsamt Sigmaringen

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Die Schäden in den Wäldern des Landkreises Sigmaringen haben in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Borkenkäferbefall und Dürre bedrohen inzwischen auch Bestände, die zuvor weitgehend vital waren. Besonders in den Wäldern rund um Neufra zeigen sich die Folgen des trockenen Sommers. Die Fehla führte dort wegen der geringen Niederschläge bis Anfang Oktober kein Wasser.

Von Mai bis einschließlich September fiel im Landkreis deutlich weniger Regen als üblich: Die Niederschlagsmenge erreichte nicht einmal die Hälfte des Durchschnitts der Jahre 1961 bis 1990. „In den vergangenen Wochen hat sich die Situation deutlich zugespitzt“, sagt Robert Hauser, Leiter des Forstreviers Neufra beim Fachbereich Forst des Landratsamts Sigmaringen.

Die starke Vermehrung des Borkenkäfers bereitet der Forstverwaltung Sorgen. Die Käfer befallen geschwächte Fichten und bringen sie zum Absterben. Besonders schwierig ist die Lage in Waldgebieten, in denen Privat- und Gemeindewälder eng verzahnt sind: Dort sind viele kleine Befallsherde entstanden, die sich explosionsartig vergrößern können.

Hauser rät Waldbesitzenden im gesamten Landkreis, ihre Bestände möglichst zügig zu kontrollieren und bei einem Befall schnell zu handeln. Eine rasche Aufarbeitung der befallenen Bäume kann dazu beitragen, die weitere Ausbreitung einzudämmen. Das Holz sollte nicht längere Zeit im Wald bleiben, damit Käfer möglichst nicht unter der Rinde oder im Waldboden überwintern können.

Die Aufarbeitung von Käferholz kann vor allem für Besitzerinnen und Besitzer kleinerer Waldgebiete eine Herausforderung sein. Juliane Spiegelhalter, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Forst, sagt, die Forstverwaltung bemühe sich um Unterstützung, müsse ihre Kapazitäten aber sinnvoll einsetzen. Wer unsicher ist, ob ein Baum befallen ist oder welche Maßnahmen sinnvoll sind, sollte frühzeitig Kontakt mit der zuständigen Forstrevierleitung aufnehmen. Bei kleineren Mengen Schadholz kann eine Verwendung als eigenes Brennholz infrage kommen.

Langfristig setzt die Forstverwaltung auf Maßnahmen, die Wälder widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen sollen. Dazu gehören die Förderung natürlich nachwachsender Bäume, eine größere Mischung von Baumarten bei Pflanzungen sowie regelmäßige Pflege und Durchforstung. In einigen Waldgebieten steht nach Angaben Spiegelhalters bereits Laubholz-Naturverjüngung bereit, wo geschädigte Fichten geräumt werden müssen.

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