Ambulantes OP-Zentrum in Spaichingen kann nicht weiterbetrieben werden
Das Zentrum für Ambulantes Operieren (ZAO) am Gesundheitszentrum Spaichingen kann unter den bisherigen Bedingungen nicht weitergeführt werden. Als Grund nennt die Klinikum Landkreis Tuttlingen gGmbH Änderungen der Krankenhausreform: Die gemeinsame Vergütungsregelung für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte soll nach drei Jahren wieder abgeschafft werden. Zudem müssen ambulante Operationen, die Krankenhäuser durchführen und abrechnen, grundsätzlich am Krankenhausstandort oder innerhalb eines gesetzlich festgelegten Radius von zwei Kilometern stattfinden.
Das ZAO wurde auch von niedergelassenen Ärzten genutzt. Deren Nachfrage reiche jedoch nicht aus, um die nötigen Investitionen in den OP und die Betriebskosten am Standort zu rechtfertigen. Einen Zeitplan für die Umstellung kann die Klinik noch nicht nennen. Er hängt unter anderem davon ab, ob es eine Übergangszeit geben wird.
Der Landkreis als Träger der Klinik hat nach eigenen Angaben eine Anfrage an das Sozialministerium gestellt. Eine Antwort stand zum Zeitpunkt der Mitteilung noch aus und wurde in den nächsten Tagen erwartet.
Arztpraxen bleiben in Betrieb
Die bereits am Gesundheitszentrum angesiedelten Arztpraxen sind von der Entwicklung nicht betroffen und bleiben uneingeschränkt geöffnet. Das Angebot soll zudem erweitert werden: Die Psychotherapeutin Frau Sperling soll ihre Praxis am 1. November eröffnen. Zum 1. Januar sollen die Physiotherapiepraxis Kraftsunov und die Diakonie Ambulanz Schwarzwald-Baar den Betrieb aufnehmen. Die Diakonie will dort künftig ihren ambulanten Pflegedienst ansiedeln und zusätzlich eine Wundambulanz eröffnen.
Landrat Stefan Bär erklärte: „Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Unser Ziel war es, das ambulante Operieren am Standort Spaichingen weiterhin zu ermöglichen. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen kamen für uns in dieser Form überraschend und verändern die Voraussetzungen für den Betrieb des Zentrums grundlegend“.
Dr. Sebastian Freytag, Geschäftsführer der Klinikum Landkreis Tuttlingen gGmbH, sagte: „Der schrittweise Abbau der Sektorentrennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung war und ist weiterhin der richtige Weg. Ohne ihn wird die medizinisch mögliche und wirtschaftlich gebotene „Ambulantisierung“ nicht sinnvoll gelingen. Reformen mit immer kürzerer Halbwertszeit können keine Lösung sein, auch nicht für die wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern werden für alle Leistungserbringer selber zum Problem.“
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