Dornstetter Unternehmer-Frühstück führt vom Handwerk in den Stadtwald

Beim 24. Dornstetter Unternehmer-Frühstück zeigte Schreiner Reisbeck, wie Holz aus dem Stadtwald zu langlebigen Produkten wird.

Von Redaktion Dornstetten2 Min. Lesezeit

Wie Holz vom Wald in die Werkstatt und schließlich in langlebige Produkte gelangt, stand im Mittelpunkt des 24. Dornstetter Unternehmer-Frühstücks. Gastgeber war die Schreiner Reisbeck GmbH in Hallwangen. Martin Reisbeck stellte den Betrieb vor; anschließend führte Revierförster Ralf Polkowski die Teilnehmenden in den Dornstetter Stadtwald.

Die von der städtischen Wirtschaftsförderung organisierte Veranstaltungsreihe bietet Unternehmerinnen und Unternehmern aus Dornstetten Gelegenheit zum Austausch. Bei diesem Treffen führte der Weg in umgekehrter Reihenfolge durch die Wertschöpfungskette: von der Verarbeitung des Holzes zurück zu seinem Ursprung im Wald.

Holz für langlebige Produkte

Reisbeck verwies auf Wachstumszeiträume von 150 bis 200 Jahren und darauf, wie wichtig die Wahl der passenden Holzart und langlebige Produkte seien. Als Beispiele zeigte er einen Besprechungstisch aus Eichenholz und die sogenannten Tübinger Stühle, die früher zur typischen Ausstattung vieler Gastwirtschaften gehörten. „Stücke aus Holz überdauern Generationen und landen nicht auf dem nächsten Sperrmüll“, sagte Reisbeck.

Zum Tätigkeitsspektrum der Schreinerei gehört auch die Restaurierung. Der Betrieb bearbeitet alte Fenster, Türen und Fensterläden sowie historische Stücke. Bei einer Jesusfigur wird ein fehlender Zeh ergänzt – ein „Heiland in Kur“, wie Reisbeck es beschrieb. Auch eine alte Bestatterkutsche gehörte zu den vorgestellten Restaurierungsobjekten. Bei denkmalgeschützten Arbeiten stimmt sich der Betrieb mit der Denkmalpflege ab.

Für das eigene Betriebsgebäude wurde luftgetrocknetes Weißtannenholz aus dem Dornstetter Wald verwendet. Reisbeck erläuterte, dass Holz Zeit zum Trocknen und Reifen benötigt und deshalb ausreichende Lagerbestände wichtig sind. Nahezu die gesamte Wertschöpfungskette bildet der Betrieb im eigenen Unternehmen ab. Er beschäftigt 16 Mitarbeitende, darunter sechs Auszubildende, und übernimmt Aufträge bis nach Baden-Baden und Basel. Neben der Schreinerei ist das Bestattungswesen ein weiteres Standbein.

Wald als Rohstoffquelle und Lebensraum

Im Stadtwald erläuterte Polkowski den Wandel der Bewirtschaftung. Bis 1987 sei noch nach dem alten Kahlschlagsystem gearbeitet worden. Heute sei ein gemischter, strukturreicher Dauerwald mit möglichst vielen Baumarten und Bäumen unterschiedlichen Alters das Ziel. Im Dornstetter Stadtwald dominieren derzeit Fichten, gefolgt von Tannen.

Die nächste Baumgeneration wächst zu einem großen Teil durch die natürliche Verbreitung von Samen heran. Durchforstungen finden nach Angaben des Försters in einem fünfjährigen Zyklus statt. Auch die Bejagung des Rehwilds sei wichtig, damit junge Bäume aufwachsen können.

Biotopbäume und sich zersetzendes Totholz leisten laut Mitteilung einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem Wald. Zugleich wird Holz als regionaler Rohstoff genutzt: Die Bewirtschaftung erfolgt möglichst schonend, das geerntete Holz wird vor allem an Kunden aus der Region geliefert. Polkowski veranschaulichte das Wachstum mit den Worten: „Jeden Tag wächst ein Langholzzug im Dornstetter Stadtwald nach.“

Das nächste Unternehmer-Frühstück findet im März statt. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

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