Ettenheimer Stadtwald: Wiederaufforstung am Schnürbuck im Fokus

Bei der Waldbegehung in Ettenheim ging es um die Wiederaufforstung am Schnürbuck, Mischwald und den Schutz vor Klimafolgen.

Von Redaktion Ettenheim2 Min. Lesezeit

Wie kann der Ettenheimer Stadtwald langfristig widerstandsfähiger werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Bürgermeister Bruno Metz, Mitglieder des Gemeinderats, Ortsvorsteherinnen und Stabhalter bei der diesjährigen Waldbegehung. Revierförster Lothar Bellert und Forstamtsleiter Jakob Franz informierten die Teilnehmenden während der rund dreistündigen Begehung.

Flächen am Schnürbuck sollen wieder in den Wald eingebunden werden

Ein Schwerpunkt war die Wiederaufforstung der Flächen am Schnürbuck, die im Zusammenhang mit dem neuen Windpark stehen. Ziel ist, die beanspruchten Bereiche wieder in den Wald einzubinden und die Voraussetzungen für einen standortgerechten, möglichst widerstandsfähigen Baumbestand zu schaffen.

Bei der Planung spielen die Folgen des Klimawandels eine wichtige Rolle. Hitze und ausbleibende Niederschläge haben die Lage in diesem Sommer wieder verschärft. Kurze Regenfälle und Gewitter füllen die Wasserreserven im Boden häufig nicht nachhaltig auf. Wassermangel kann dazu führen, dass Bäume vorzeitig Blätter abwerfen oder weniger Früchte ausbilden. Weitere Schäden, etwa abgestorbene Äste und Bäume, können sich erst später zeigen. Geschwächte Bäume sind zudem anfälliger für Schädlinge wie Borkenkäfer.

Mischwald und Totholz als Teil der Waldpflege

Die Stadt setzt seit vielen Jahren auf Mischwald. Artenreiche Bestände sollen besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen und Risiken durch Sturm und andere Extremwetterereignisse verringern. Wo Baumarten an bestimmten Standorten zunehmend an ihre Grenzen stoßen, sollen langfristig geeignete Alternativen berücksichtigt werden.

Auch Alt- und Totholz waren Thema der Begehung. Alte Bäume und abgestorbenes Holz bieten Lebensräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Zugleich müssen Naturschutz, Waldpflege und Verkehrssicherheit miteinander vereinbart werden. Nach Angaben der Stadt liegt der Vorrat an Alt- und Totholz im Ettenheimer Stadtwald derzeit bei rund 41 Festmetern pro Hektar. Damit übersteigt er die vom Land Baden-Württemberg geforderte Untergrenze von 30 Festmetern pro Hektar. Ein mehrstufiger Waldsaum soll ebenfalls zum Schutz der Artenvielfalt beitragen und die Wälder weniger sturmanfällig machen.

Die jährliche Waldbegehung soll dem Gemeinderat und der Verwaltung ermöglichen, sich vor Ort über den Zustand des Waldes und anstehende Aufgaben zu informieren.

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