Friedrichshafen setzt auf strategische Ziele

Friedrichshafen: Der Gemeinderat beriet in der Klausur die Stadtentwicklung, u. a. Landesgartenschau ab 2028 und sozialräumliche Infrastrukturplanung für zwölf Gebiete.

Von Redaktion Friedrichshafen2 Min. Lesezeit
Die Häfler Gemeinderäte haben sich zwei Tage lang Zeit für intensive Diskussionen und Strategiegespräche genommen.

Foto: Stadt Friedrichshafen

Foto: Stadt Friedrichshafen

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat sich bei einer Klausursitzung intensiv mit der strategischen Entwicklung der Stadt beschäftigt. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die angespannte finanzielle Lage und die Frage, welche langfristigen Ziele jetzt besonders wichtig sind.

Oberbürgermeister Simon Blümcke sagte, das Ziel sei es, Stadtentwicklung neu zu denken. Es gehe darum, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen und sich über die wesentlichen strategischen Ziele klarzuwerden.

Sechs Politikfelder im Fokus

Gemeinsam mit den Fraktionen im Gemeinderat sowie der Verwaltung arbeiteten die Beteiligten zwei Tage lang an strategischen Zukunftsthemen. Grundlage war der vor zehn Jahren angestoßene ISEK-Prozess, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Dabei ging es um sechs Politikfelder:

  • Wirtschaft und Arbeit
  • Betreuung, Bildung und Gesundheit
  • Wohnen, Quartiere und Sicherheit
  • Kultur, Sport und Begegnung
  • See, Freiraum und Klima
  • Mobilität

Als zentrale Leitlinien für die weitere Stadtentwicklung wurden die Bewerbung für eine Landesgartenschau ab 2028 sowie eine sozialräumliche Infrastrukturplanung benannt.

Landesgartenschau als Ziel mit Zeitplan

Blümcke sagte, mit einer Landesgartenschau ließen sich wichtige städtebauliche Verbesserungen mit klarem Ziel und Zeitplan umsetzen. Den Beteiligungsprozess wolle die Stadt noch in diesem Herbst starten. Auch Baubürgermeister Julius Mihm sieht in einer Landesgartenschau ein geeignetes Instrument für die Aufgaben der kommenden Jahre und verweist dabei auf die finanzielle Unterstützung durch Land und Bund.

Sozialräumliche Infrastrukturplanung für zwölf Gebiete

Parallel dazu soll eine sozialräumliche Infrastrukturplanung dafür sorgen, dass sich die Stadtgebiete und Nachbarschaften künftig gleichwertig und bedarfsgerecht entwickeln. Erster Bürgermeister Andreas Hein will das Modell in der Oktober-Sitzungsrunde in den Ortschaften, im Kultur- und Sozialausschuss und anschließend im Gemeinderat vorstellen. Vorgesehen ist dabei eine Einteilung der Stadt in zwölf Gebiete.

Hein erläuterte, das Planungsmodell solle Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und den Bedarf verschiedener Gruppen kleinräumig, integriert und lebenslagennäher abbilden. Kitas sollen demnach dort entstehen, wo durch neue Wohngebiete Bedarf entsteht. Auch Sport- und Freizeitangebote sowie Kinder- und Jugendtreffs sollen in den Sozialräumen erreichbar sein. Wo die Stadt keinen direkten Einfluss habe, etwa bei der Ansiedlung von Arztpraxen, wolle sie indirekt lenken und für passende Rahmenbedingungen sorgen.

Doppelhaushalt 2027/2028 mit zwei Leitlinien

Am zweiten Tag der Klausur stand außerdem der anstehende Doppelhaushalt 2027/2028 auf der Tagesordnung. Blümcke nannte dafür zwei Leitlinien: Pflicht vor Kür, und individuelle Zuschüsse sowie Förderungen sollen zurückgefahren werden. Der Gemeinderat erhielt einen Einblick in die Eckdaten des Haushaltsentwurfs, den der Oberbürgermeister im Oktober in die Gremien einbringen will. Der Beschluss des Doppelhaushalts 2027/2028 ist im Dezember vorgesehen.

Weitere Informationen und die Vorlagen zu den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse gibt es unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de. Die Unterlagen zur Haushaltseinbringung sollen ab Montagabend, 5. Oktober, online einsehbar sein.

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