Gaggenauer Friedhöfe bieten mehr pflegefreie Bestattungsformen

Gaggenau bietet auf fünf Friedhöfen pflegefreie Erinnerungsgärten an. Ein weiterer ist in Selbach geplant; dort soll Trauernden ein Ort des Gedenkens ohne eigene Grabpflege entstehen.

Von Redaktion Gaggenau1 Min. Lesezeit
Erinnerungsgarten auf dem Friedhof in Hörden.

Foto: Tobias Feser Tobsefe-Fotografie

Foto: Tobias Feser Tobsefe-Fotografie

Die Stadt Gaggenau hat auf mehreren Friedhöfen Erinnerungsgärten angelegt. Die parkähnlich gestalteten Grabfelder sollen Menschen einen Ort zum Trauern bieten, ohne dass Angehörige die Grabpflege übernehmen müssen. Ein weiterer Erinnerungsgarten ist in Selbach geplant.

Die Entscheidung für pflegefreie Bestattungen werde häufiger getroffen, beobachtet Gabriele Doll, Leiterin der städtischen Abteilung Standesamt und Friedhöfe. Angehörige lebten oft an anderen Orten; manche Sterbende wollten ihren Verwandten die Grabpflege nicht aufbürden.

Erinnerungsgärten in fünf Stadtteilen

Grabfelder sind bereits auf den Friedhöfen in Gaggenau, Hörden, Oberweier, Bad Rotenfels und Ottenau parkähnlich gestaltet. Wege und Beete greifen nach Angaben der Stadt Besonderheiten des jeweiligen Friedhofs oder Stadtteils auf. Die Gärtnerei Kamm übernimmt die dauerhafte Pflege. Die Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner e. G. sichert sie organisatorisch langfristig ab.

Trauernde könnten die Erinnerungsgärten jederzeit besuchen, ohne eine Pflegeverpflichtung zu haben, sagt Doll. Zugleich beobachte die Friedhofsverwaltung, dass Menschen auch auf eigentlich pflegefreien Rasen- und Baumgräbern Blumen oder andere Gegenstände ablegen. Dort sei nach den geltenden Vorgaben eigentlich nur eine einzelne Blume vorgesehen und erlaubt.

Verschiedene Bestattungsmöglichkeiten

Auf den städtischen Friedhöfen gibt es weiterhin klassische Urnen- und Erdbestattungsgräber mit Einfassung, Blumenbeeten und Grabstein. Bei Baumgräbern wird die Urne unter einem Baum bestattet; eine Plakette erinnert an die verstorbene Person. Auf Rasengräbern können Angehörige eine Platte nach bestimmten Vorgaben platzieren. Die Ruhezeit beträgt dort 15 Jahre.

Seit 2019 gibt es auf dem Waldfriedhof in Gaggenau außerdem ein Grabfeld für Sternenkinder. Dort werden Kinder bestattet, die bereits in einer frühen Phase der Schwangerschaft gestorben sind.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Artikel teilen:

Quellen & Infos

Verantwortung

Redaktionell verantwortlich
Konrad Mayer