Ludwigsburg und Marbach lehnen Deponieprüfung für Standort L2 ab
Die Städte Ludwigsburg und Marbach lehnen die Prüfung des Positivbereichs L2 als möglichen Deponiestandort auf Ludwigsburger Gemarkung kritisch ab. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 28. Oktober 2026 an den Verband Region Stuttgart führen sie vor allem die Verkehrsanbindung, mögliche Belastungen für benachbarte Orte und den Konflikt mit geplanten Entwicklungen im Neckarraum an.
Für eine Deponie dieser Größenordnung sei mit überörtlichem Lkw-Verkehr zu rechnen, schreiben die Städte. Eine Anfahrt aus dem Neckartal würde nach ihrer Einschätzung durch enge Ortsdurchfahrten in Neckarweihingen oder Poppenweiler führen. Von Norden wäre der Standort über die historische Ortsdurchfahrt Marbach erreichbar. Eine unmittelbare leistungsfähige Verbindung zu einer Bundesstraße oder Autobahn gebe es nicht.
Die Verwaltungen verweisen zudem auf die bereits bestehende Belastung der Ortsdurchfahrten durch Lastwagen. Zusätzlicher Schwerverkehr könnte nach ihrer Bewertung die Verkehrs-, Lärm- und Schadstoffbelastung in den betroffenen Stadtteilen und in Marbach verstärken. Andrea Schwarz, Ludwigsburger Baubürgermeisterin und Regionalrätin, kritisierte neben der nachrangigen Gewichtung der Verkehrsanbindung auch die Kriterien und deren Gewichtung bei der Standortsuche als fragwürdig. Zudem bemängelte sie die fehlende Beteiligung der Kommunen.
Als weitere Gründe gegen den Standort nennen die Städte, dass er wesentliche Zukunftspotenziale des Neckarraums langfristig blockieren würde und der Deponiebetrieb den Landschafts- und Erholungsraum beeinträchtigen könnte. Ludwigsburg verweist auf die geplante Bundesgartenschau 2043, Marbach auf die interkommunale Gartenschau 2033 mit Benningen. Beide Vorhaben stehen nach Darstellung der Städte für eine Aufwertung des Neckarraums.
Die Städte fordern den Verband Region Stuttgart auf, im anstehenden Regionalplanänderungsverfahren alternative Standorte außerhalb des aus ihrer Sicht ökologisch, landwirtschaftlich und touristisch wertvollen Neckarraums zu suchen. Die vom Verband vorgelegten Zahlen ließen nach ihrer Einschätzung keinen unmittelbaren Handlungsdruck erkennen, der einen Standort mit den beschriebenen Nachteilen rechtfertige.
Ludwigsburgs Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht erklärte, die Belange der betroffenen Stadtteile sowie der Städte Ludwigsburg und Marbach müssten im weiteren Verfahren umfassend berücksichtigt werden. Marbachs Bürgermeister Jan Trost lehnt den Standort nach Angaben der Stellungnahme wegen der fehlenden leistungsfähigen Verkehrsanbindung und der erwarteten Lärmbelastungen ab.
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