Gemeinderat stimmt Stolpersteinen in Neckargemünd zu

Der Gemeinderat Neckargemünd stimmte einstimmig Stolpersteinen für NS-Verfolgte zu. Die erste Verlegung ist frühestens für die zweite Novemberhälfte 2027 vorgesehen.

Von Redaktion Neckargemünd1 Min. Lesezeit

Der Gemeinderat Neckargemünd hat einstimmig der Verlegung von Stolpersteinen zugestimmt. Die Gedenksteine sollen an Menschen erinnern, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

Die Initiative geht auf den Kulturverein Neckargemünd e.V. und die Kulturreferentin der Stadt, Dr. Jasmin Hettinger, zurück. Im Dezember 2025 bildete sich eine 15-köpfige Initiativgruppe, die das Gedenken an die Neckargemünder Opfer des NS-Regimes dauerhaft im Stadtbild verankern möchte.

Erste Verlegung an höchstens zwei Orten

Für die erste Verlegung sehen die Vorgaben der Stolperstein-Stiftung höchstens zwei Orte und insgesamt nicht mehr als zehn Schicksale vor. Die Gruppe will neben den bereits dokumentierten Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen auch weitere Verfolgte berücksichtigen. Dazu zählen Menschen jüdischer Herkunft, religiös oder politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder aus sozialpolitischen Gründen verfolgt wurden.

Als einer der beiden vorgesehenen Orte ist das SBBZ Luise von Baden im Gespräch. Die Ursprünge der Einrichtung reichen auf das ehemalige Taubstummenheim Brugghalden in Neckargemünd zurück. Einige Menschen, die in die Tötungsanstalt Grafeneck deportiert und dort ermordet wurden, waren zuvor in dem Heim untergebracht. Die konkrete Standortfrage soll zunächst innerhalb der Einrichtung geklärt werden.

Auswahl der Biografien im kommenden Jahr

Die Initiative knüpft an die Arbeit einer Gruppe um Dr. Hans-Werner Scheuing an. Sie dokumentierte in dem 2017 erschienenen Buch „soll in Wiesloch verstorben sein“ die Lebensgeschichten von 36 Neckargemünder Bürgerinnen und Bürgern, die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen wurden.

Im kommenden Jahr soll die Auswahl der ersten Biografien abgeschlossen und die Vorbereitung der Verlegung vorangebracht werden. Anschließend sollen die Inschriften der Gedenksteine abgestimmt werden. Eine erste Verlegung mit dem Künstler Gunter Demnig ist frühestens für die zweite Novemberhälfte 2027 vorgesehen.

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