Langenargen plant 2027 mit Defizit von rund einer Million Euro

Langenargen plant für 2027 mit einem Haushaltsdefizit von rund 1,03 Millionen Euro. Der Gemeinderat berät abschließend im Dezember über den Entwurf.

Von Redaktionsteam Langenargen2 Min. Lesezeit
Taschenrechner und neutrale Unterlagen auf einem Schreibtisch. KI-Symbolbild.

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Der Entwurf für den Haushalt 2027 weist für Langenargen im Ergebnishaushalt ein voraussichtliches Defizit von rund 1,03 Millionen Euro aus. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung einstimmig, den Plan auf Grundlage der vorgestellten Eckpunkte fertigzustellen und dem Gremium im Dezember zur abschließenden Entscheidung vorzulegen.

Höhere Einnahmen, noch stärker steigende Ausgaben

Für 2027 sind Gewerbesteuereinnahmen von 6,2 Millionen Euro und ein Einkommensteueranteil von knapp 6,9 Millionen Euro eingeplant. Auch bei den Schlüsselzuweisungen rechnet die Gemeinde mit einer positiven Entwicklung. Die endgültigen Beträge hängen noch von den Steuerschätzungen und den Vorgaben des Landes ab.

Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Für Personal sind rund 8,15 Millionen Euro vorgesehen, etwa 500.000 Euro mehr als im Vorjahresplan. Als Gründe nennt die Vorlage Tariferhöhungen und weitere personalbedingte Kosten. Die Kreisumlage ist mit rund 5,1 Millionen Euro angesetzt, die Finanzausgleichsumlage mit knapp 3,3 Millionen Euro.

Die Verwaltung hat den Entwurf überprüft und Ausgaben reduziert oder Maßnahmen verschoben, soweit sie dies für vertretbar hielt. Weitere Einsparungen seien nur begrenzt möglich, weil ein großer Teil der Belastungen von der Gemeinde kaum unmittelbar beeinflusst werden könne.

Investitionen und Prioritäten

Auch 2027 sind Investitionen vorgesehen. Dazu zählen Mittel für den Kindergarten Seestrolche, eine mögliche Übernahme des evangelischen Kindergartengebäudes, die Ausstattung des Bauhofs und die Weiterentwicklung des Nahwärmenetzes. Auch die Wasser- und Abwasserinfrastruktur erfordert weitere Maßnahmen.

In der Einbringungsrede verwies der Vorsitzende auf bereits umgesetzte Vorhaben: Für die Sanierung der Schlossgarage, Maßnahmen am Schloss und den Neubau des Feuerwehrhauses habe die Gemeinde zusammen mehr als 15 Millionen Euro an Eigenmitteln aufgewendet. Hinzu kämen weitere Projekte wie der geförderte Breitbandausbau. Künftig könnten nicht alle anstehenden Vorhaben zugleich verwirklicht werden. Deshalb müsse die Gemeinde stärker priorisieren, ihren Immobilienbestand und dessen Nutzung prüfen sowie Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit und der Digitalisierung nutzen.

Die Gemeinde will nach Darstellung der Verwaltung außerdem die Unterstützung der örtlichen Vereine und die kommunalen Kernaufgaben berücksichtigen. Ziel sei es, die vorhandenen Ressourcen effizienter einzusetzen und kommunale Dienstleistungen langfristig zu sichern.

Schuldenstand hängt von Investitionen und Krediten ab

Vorgestellt wurden auch die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe für Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Kommunale Dienste und Fremdenverkehr. Für den Gesamthaushalt einschließlich der Eigenbetriebe wird zum Jahresende 2027 ein Schuldenstand von rund 30 Millionen Euro erwartet, sofern die geplanten Investitionen und Kreditaufnahmen entsprechend umgesetzt werden. Wie sich der Betrag tatsächlich entwickelt, hängt davon ab, welche Maßnahmen im Jahresverlauf realisiert werden und wie viele Kredite erforderlich sind.

Aus der laufenden Verwaltungstätigkeit ist ein Zahlungsmittelüberschuss von rund 1,3 Millionen Euro geplant. Damit könnten die vorgesehenen Tilgungsleistungen grundsätzlich gedeckt werden. Das Defizit im Ergebnishaushalt bleibt dennoch eine Herausforderung.

Abschließende Beratung im Dezember

Der Haushaltsentwurf beruht teilweise noch auf vorläufigen Annahmen. Änderungen können sich insbesondere aus der Steuerschätzung, den endgültigen Vorgaben zum Finanzausgleich und der weiteren Entwicklung der Kreisumlage ergeben. Der Gemeinderat will sich in den kommenden Wochen mit den Ansätzen und möglichen Änderungsanträgen befassen. Erst nach dem Beschluss der Haushaltssatzung und dem erforderlichen Genehmigungsverfahren kann der Haushalt 2027 in Kraft treten.

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