Langenargen plant Pflegequartier mit mindestens 60 Plätzen

Bei einer Einwohnerversammlung in Langenargen stellte Bürgermeister Ole Münder Pläne für ein Pflegequartier am Auffangparkplatz und ein mögliches Nahwärmenetz vor.

Von Redaktionsteam Langenargen3 Min. Lesezeit
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Bei einer Einwohnerversammlung am Montag, 12. Oktober 2026, im Münzhof informierte Bürgermeister Ole Münder rund 80 Bürgerinnen und Bürger über kommunale Vorhaben und anstehende Entscheidungen. Im Mittelpunkt standen ein Pflege- und Generationenquartier am Auffangparkplatz und mögliche Nahwärmenetze.

Pflegeheim mit mindestens 60 Plätzen geplant

Am Auffangparkplatz soll nach den vorgestellten Überlegungen ein Quartier entstehen, das ein Pflegeheim, betreutes Wohnen, weiteren Wohnraum und Freizeitangebote verbindet. Für das Pflegeheim werden derzeit mindestens 60 Pflegeplätze angestrebt. Auch Kurzzeitpflege und Tagespflege sollen nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Die Rahmenplanung steht kurz vor dem Abschluss. Ein abschließender Beschluss des Gemeinderats liegt noch nicht vor. Untersuchungen zu möglichen Standorten und wesentlichen Rahmenbedingungen sind weit fortgeschritten; Gutachten zu Lärm und Naturschutz liegen vor oder wurden im bisherigen Planungsverlauf erarbeitet.

Die Gemeinde steht mit dem neuen Eigentümer des benachbarten Gärtnereigrundstücks im Austausch. Eine gemeinsame Entwicklung könnte zusätzliche Möglichkeiten für Wohnungsbau und eine Neuordnung der Flächen schaffen. Sollte sich diese Variante nicht umsetzen lassen, soll auch eine alternative Planung berücksichtigt werden. Die bestehende Nutzung für Jugendliche, insbesondere der Skatepark, soll nach den vorgestellten Überlegungen erhalten bleiben.

In der Diskussion ging es unter anderem um alternative Standorte, die Zahl der Pflegeplätze und die künftige Nutzung des bisherigen Pflegeheimgebäudes. Thematisiert wurde auch, wie Angebote für Jugendliche einbezogen werden können.

Nahwärmenetz schrittweise in Planung

Für ein mögliches Wärmenetz wurden der Ortskern und der Bereich Untere Seestraße beziehungsweise Strandbad als Gebiete benannt, in denen ein Netz technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein könnte. Friedhofstraße und Mühlstraße kommen als mögliche Erweiterungsbereiche infrage.

Als erster Schritt ist eine sogenannte „Trasse 0“ vorgesehen. Sie soll von der bestehenden Heizzentrale am Schulzentrum in den Ortskern führen und zunächst kommunale sowie weitere geeignete Gebäude versorgen. Für eine mögliche spätere Erweiterung soll die Leitung entsprechend dimensioniert werden.

Für ein größeres Netz müssten zusätzliche Wärmeerzeugungsanlagen hinzukommen. Geprüft werden unter anderem Wärmepumpen, Biomasse sowie Umweltwärme aus Luft, Grundwasser oder oberflächennaher Geothermie. Wärme aus dem Bodensee bleibt eine mögliche Perspektive, steht aber nicht im Mittelpunkt der ersten Umsetzungsschritte.

Die technischen Grundlagen und Förderanträge sollen 2026 weiterentwickelt werden; 2027 ist eine vertiefte Netzplanung vorgesehen. Nach den derzeitigen Überlegungen könnten erste Wärmelieferungen 2029 beginnen. Voraussetzung sind unter anderem Fördermittel und eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung. Anschlusskosten und Wärmepreise lassen sich derzeit noch nicht verlässlich beziffern.

Weitere Vorhaben und Investitionen

Das neue Feuerwehrhaus ist nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt und bezogen. Die Sanierung der Schlossgarage wurde im Mai 2026 abgeschlossen; dafür wurden rund 5,3 Millionen Euro aufgewendet. Beim Breitbandausbau sind die sogenannten weißen Flecken abgeschlossen, weitere Abschnitte sind vorangeschritten oder in Vorbereitung. Ein großer Teil der Investitionen wird durch Fördermittel von Bund und Land unterstützt.

Weitere Themen waren die Sanierung der Trinkwasserversorgung, die Modernisierung der Festhalle, die Entwicklung des Bebauungsplans „Am Rosenstock“, die Sanierung des Sportzentrums und die Zukunft des Kindergartens Seestrolche. Für den Kindergarten ist ein neuer Standort im Bereich des bisherigen Tennisheims neben dem Beachvolleyballfeld vorgesehen; das weitere Verfahren sollte im Gemeinderat beraten werden.

Für eine umfassende Sanierung des Landungsstegs einschließlich des landseitigen Bereichs beziffert ein Gutachten die Kosten auf rund 18 bis 20 Millionen Euro. Über das weitere Vorgehen muss die Gemeinde noch beraten. Der Bürgermeister berichtete außerdem über abgeschlossene Arbeiten am Schloss und an der Ufermauer sowie über die Weiterentwicklung von Tourismus, Kultur, Mobilität und Sportangeboten.

Handlungsfelder für 2027 und Schlossinvestitionen

Als wichtige Handlungsfelder für 2027 nannte Münder neben der weiteren Entwicklung der Nahwärmeversorgung und der Flächenentwicklung auch das Sportzentrum und den Landungssteg. Ebenfalls auf der Liste stehen die Haushaltskonsolidierung, die Rathaussanierung und der Kindergarten Seestrolche.

In der Abschlussdiskussion wurden die bislang ausgebliebenen Einweihungsfeiern für das Feuerwehrhaus und die Schlossgarage angesprochen. Zu den künftigen Investitionen in das Schloss erklärte der Bürgermeister, die großen Arbeiten an der baulichen Substanz seien zunächst abgeschlossen. Künftig sollen dort vor allem sicherheitsrelevante Maßnahmen im Vordergrund stehen.

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