Wasser- und Abwassergebühren steigen 2027 in Künzelsau

Künzelsau erhöht 2027 die Wasser- und Abwassergebühren. Der Gemeinderat beschloss auch Baupläne am Wartberg und weitere kommunale Vorhaben.

Von Redaktionsteam Künzelsau4 Min. Lesezeit
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Der Künzelsauer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 20. Oktober höhere Wasser- und Abwassergebühren für 2027 beschlossen. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 125 Kubikmetern bedeutet das nach Angaben der Stadt eine zusätzliche Belastung von rund 60 Euro pro Jahr.

Wasser- und Abwassergebühren steigen

Die Wasserverbrauchsgebühr steigt von derzeit 3,90 Euro auf 4,00 Euro je Kubikmeter. Für Schmutzwasser werden künftig 3,45 Euro je Kubikmeter fällig, 25 Cent mehr als bisher. Die Niederschlagswassergebühr erhöht sich um fünf Cent auf 0,50 Euro je Quadratmeter. Der Gemeinderat stimmte den Anpassungen einstimmig zu.

Friedhofsgebühren werden erneut beraten

Über eine Neuberechnung der Gebühren für Bestattungen und die Nutzung der Friedhöfe entschied der Gemeinderat noch nicht. Die letzte Anpassung erfolgte 2015. In den Jahren 2023 und 2024 lag die Kostendeckung im Durchschnitt bei rund 73 Prozent; das jährliche Defizit betrug etwa 120.000 Euro. Auch laufende Ausgaben, etwa für die Aussegnungshalle, wurden thematisiert.

Vorgestellt wurden Varianten mit einer angestrebten Kostendeckung von etwa 80 beziehungsweise 85 Prozent. Dabei wurden neue Grabarten und Änderungen der Friedhofsordnung berücksichtigt. Geplant sind eine erleichterte Wahl des Friedhofs innerhalb des Stadtgebiets und verkürzte Ruhezeiten für bestimmte Grabarten. Mitglieder des Gemeinderats hinterfragten die teils deutlichen Gebührensteigerungen kritisch und sprachen sich dafür aus, die Gebührenentwicklung künftig regelmäßiger zu überprüfen. Eine Entscheidung wurde auf die Novembersitzung vertagt.

Wohngebiet am Wartberg: Entwurf gebilligt

Für das geplante Wohngebiet „Wohnen am Wartberg“ billigte der Gemeinderat mehrheitlich den Bebauungsplanentwurf. Vorgesehen sind fünf Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen und begrünten Freiflächen. Die Erschließung soll von der Komburgstraße aus erfolgen. Der Entwurf enthält Vorgaben zur Begrünung, zum Umgang mit Niederschlagswasser, zum Schutz von Bäumen und Gehölzen sowie zur Gestaltung der Freiflächen. Als nächste Schritte können die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange vorbereitet werden.

In der Beratung ging es auch um mögliche Auswirkungen der Bebauung auf das Stadtklima und Kaltluftströme sowie um die Erreichbarkeit des Gebiets für Feuerwehr- und Müllfahrzeuge.

Johanneskirche: weitere Untersuchungen stehen aus

Untersuchungen an der Johanneskirche haben Schäden an Dachbalken und am Kirchturm ergeben. Der Turm ist aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrt. Ob das traditionelle Engelesblasen an Heiligabend dort stattfinden kann, hängt von weiteren Untersuchungen und einer fachlichen Freigabe ab. Bürgermeister Stefan Neumann bot als Alternative den Rathaus-Turm an. Eine genauere Kostenberechnung für die umfassende Sanierung von Dach und Turm soll im Frühjahr 2027 vorliegen. Über einen städtischen Zuschuss soll entschieden werden, wenn die Gesamtkosten und weitere Finanzierungsmöglichkeiten genauer feststehen.

Für die Wiederinbetriebnahme der Turmuhrenanlage der griechisch-orthodoxen Kirche ebnete der Gemeinderat den Weg für einen städtischen Zuschuss von rund 7.000 Euro. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich laut Antrag auf rund 11.100 Euro; Spenden und Eigenmittel der Kirchengemeinde sollen ebenfalls zur Finanzierung beitragen.

Weitere Beschlüsse zu Breitband, Erdgas und Haushalt

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Vergabe der Bauleistung für die Breitbandanbindung Seeleswald und des Gewerbegebiets Amrichshausen. Ebenfalls einstimmig stimmte er der Teilnahme Künzelsaus an einer europaweiten Bündelausschreibung für Erdgas für die Jahre 2028 bis 2030 zu. Die Ausschreibung erfolgt über die Gt-service Dienstleistungsgesellschaft mbH des Gemeindetags Baden-Württemberg. Die bisherige Erdgasversorgung läuft Ende 2027 aus.

Auch die erste Nachtragshaushaltssatzung und der erste Nachtragshaushaltsplan der Stadt sowie der erste Nachtragswirtschaftsplan der KünWerke für 2026 wurden einstimmig verabschiedet. Das geplante Ergebnis im Ergebnishaushalt verbessert sich, unter anderem durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer. Zugleich sind zusätzliche Aufwendungen etwa für Stadtentwicklung, Tiefbau, Grünpflege, die Kochertalbahn sowie Schulen und Kinderbetreuung vorgesehen. Für Investitionen muss die Stadt weiterhin auf vorhandene Liquiditätsreserven zurückgreifen. Bei den Eigenbetrieben wurden einzelne Investitionen angepasst oder, abhängig von der Entwicklung im laufenden Jahr, ins Folgejahr verschoben. Über eine vorgesehene Kreditaufnahme soll später gesondert entschieden werden.

Leitungen sollen schrittweise erneuert werden

Viele Wasser- und Abwasserleitungen am Süd- und Nordhang stammen aus den 1950er- und 1960er-Jahren und weisen altersbedingte Schäden auf. Im gesamten Stadtgebiet einschließlich der Stadtteile werden derzeit jährlich etwa 70 bis 80 Wasserrohrbrüche registriert. Die KünWerke planen, Leitungen und Kanäle schrittweise zu sanieren oder zu erneuern. Je nach Zustand, baulichen Gegebenheiten und Kosten kommen grabenlose Verfahren oder eine offene Bauweise infrage.

Die Tiefbauarbeiten sollen mit anderen Versorgungsunternehmen abgestimmt werden, um Baustellen möglichst zu bündeln und Kosten zu begrenzen. Neben der Kernstadt sollen auch die notwendigen Maßnahmen in den Stadtteilen berücksichtigt werden. Für mehrere Ortschaften sind Projekte bereits in der mehrjährigen Planung enthalten. Wegen des Umfangs der Investitionen ist eine schrittweise Umsetzung vorgesehen.

Nächste Gemeinderatssitzung

Die nächste Sitzung findet am Dienstag, 17. November 2026, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Künzelsau statt. Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind willkommen. Tagesordnung und Sitzungsunterlagen sind im Bürgerinfoportal der Stadtexterner Link, öffnet ein neues Fenster abrufbar.

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