Karlsbad plant Sanierungen, Stromspeicher und neue Radwegbrücke

Karlsbads Ausschuss vergab Bauaufträge und beriet Vorhaben für den Doppelhaushalt 2027/2028 – darunter die Berghalle, eine Radwegbrücke und die Ortsmitte Ittersbach.

Von Karlsbad aktuell6 Min. Lesezeit

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Karlsbad hat in seiner Sitzung am 23. September mehrere Bauaufträge vergeben und Vorhaben für den Doppelhaushalt 2027/2028 beraten. Dazu gehören die Teilsanierung der Berghalle Spielberg, eine Radwegbrücke zwischen Auerbach und Langensteinbach sowie erste Überlegungen zur Ortsmitte Ittersbach. Über die Finanzierung und Umsetzung ist teilweise noch zu entscheiden.

Aufträge für Schulen und Gewässer

Für Außenjalousien an der Realschule vergab das Gremium einen Auftrag über rund 50.450 Euro an die Hoffmann Sonnenschutztechnik GmbH aus Ispringen. Der Betrag liegt unter der Kostenberechnung von 70.150,50 Euro. Die noch nicht erneuerten Sonnenschutzanlagen an den Gebäuden des Schulzentrums sollen von 2026 bis 2028 ausgetauscht werden. Zusätzlich beschloss der Ausschuss einen Auftrag über rund 40.660 Euro an dieselbe Firma für Vollverdunkelungsanlagen im Innenbereich der Realschule und der Gemeinschaftsschule. Die Kostenberechnung dafür lag bei rund 49.450 Euro.

Die AMMI GmbH aus Karlsbad soll für rund 38.310 Euro einen Stromspeicher in der Grundschule Auerbach einbauen. Die 2025 installierte Photovoltaikanlage mit rund 79 Kilowatt-Peak soll durch zwei Batteriespeicher mit insgesamt 80 Kilowattstunden ergänzt werden. Ein Teil des Strombedarfs der geplanten Wärmepumpen-Kaskade für die Grundschule und die Talblickhalle soll künftig vor Ort regenerativ erzeugt werden.

Für Sanierungsarbeiten am Auerbach erhält die Firma Nagel einen Auftrag über rund 32.760 Euro. An der Hangsicherung bei der Brücke an der Forlenstraße sollen statt der bei früheren Starkregenereignissen weggespülten Baumstämme großformatige Sandsteinblöcke eingesetzt werden. Dafür müssen zwei Bäume gefällt und zwei Hainbuchen nachgepflanzt werden. Die Untere Naturschutzbehörde stimmte dem Vorhaben im Landschaftsschutzgebiet Karlsbader Bachlandschaften zu.

Die Firma Patrick Schönthaler aus Dobel übernimmt für rund 43.180 Euro Instandhaltungsarbeiten am Graben beim Darsbach in den Steinighöfen. Für die Entsorgung des Erdmaterials auf der Erddeponie Ittersbach werden weitere rund 38.560 Euro veranschlagt. Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen damit rund 81.730 Euro. Teile des Grabens sind auf etwa 1.600 Metern verlandet. Das Wasser kann deshalb nicht ausreichend abgeleitet werden und läuft auf angrenzende Ackerflächen.

Urnengräber und barriereärmerer Weg

Für Gartenbauarbeiten auf dem Friedhof Untermutschelbach vergab der Ausschuss einen Auftrag über rund 32.870 Euro an die Firma Lutz Herrmann aus Karlsbad. Zudem genehmigte er überplanmäßige Mittel von 19.210 Euro. Geplant sind ein Urnengemeinschaftsgrabfeld westlich der Evangelischen Kirche und etwa 20 Baumgräber. Die Urnenröhren für die Baumgräber sollen rund 3.950,80 Euro kosten.

Im Zuge der Arbeiten soll auch der angrenzende Weg erneuert und möglichst barrierefrei gestaltet werden. Sein Zustand und der Höhenunterschied zum geplanten Grabfeld erschweren die Nutzung. Für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl ist der Weg derzeit nicht passierbar; auch für andere Fußgänger besteht eine erhöhte Stolper- und Unfallgefahr.

Berghalle: Dachsanierung und Photovoltaik vorgesehen

Der Ausschuss nahm erste Pläne für eine Teilsanierung der Berghalle Spielberg zur Kenntnis. Die 1981/1982 errichtete Halle hat eine stark sanierungsbedürftige Dachhaut aus schadstoffbelasteter Wellasbestdeckung, die zahlreiche Wassereintrittsstellen aufweist. Vorgesehen sind eine energetische und schadstoffbezogene Sanierung, die Erneuerung der Dachhaut und der Technik sowie eine Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch und die Einspeisung überschüssigen Stroms.

Die derzeit geschätzten Baukosten liegen bei etwa 950.000 bis einer Million Euro netto, hinzu kommen rund 150.000 Euro netto Nebenkosten. Einschließlich der noch nicht bezifferten Installationskosten für die Photovoltaikanlage werden die Gesamtkosten ohne Förderung auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt. Architekt Andreas Adler bezifferte eine mögliche Förderung auf 150.000 Euro. Die weitere Planung soll 2026 erfolgen, die Umsetzung und Abrechnung werden für 2027 angestrebt. Das Vorhaben steht unter dem Vorbehalt der finanziellen Deckung im Doppelhaushalt 2027/2028.

Kindergarten-Sanierung in mehreren Bauabschnitten denkbar

Bei der möglichen Sanierung des Pestalozzi-Kindergartens in Langensteinbach nahm der Ausschuss vorbereitende Untersuchungen zur Kenntnis. Für den ersten Bauabschnitt einer möglichen Sanierung wurden rund 1,75 Millionen Euro brutto veranschlagt. Vorgesehen wären unter anderem ein zweiter Rettungsweg, Brandschutzmaßnahmen sowie die Neuordnung von Sanitär-, Kleinkind- und Speisebereichen. Eine Sanierung könnte nach Empfehlung des Architekten in zwei bis drei Bauabschnitten erfolgen. Die Kita soll während der Arbeiten möglichst weiterbetrieben werden. Ob langfristig ein Neubau wirtschaftlicher wäre, ist noch offen. Die viergruppige und voll belegte Kindertagesstätte gehört der Evangelischen Kirchengemeinde Langensteinbach und wird von ihr getragen.

Ortsmitte Ittersbach und Wasserleitung zu den Waldbronner Höfen

Für eine neue Wasserleitung zu den Waldbronner Höfen befürwortete der Ausschuss die vorgestellten Pläne. Die beiden Höfe auf Waldbronner Gemarkung werden seit Jahrzehnten über Karlsbad versorgt. Die alte, schadensanfällige Eternitleitung soll durch eine neue Polyethylen-Leitung ergänzt werden, die in die bestehende Leitung eingeschoben wird. Zudem ist ein Ringschluss an das vorhandene Leitungssystem vorgesehen.

Auch erste Überlegungen zur städtebaulichen Entwicklung der Ittersbacher Ortsmitte fließen in die weiteren Haushaltsberatungen ein. Das betrachtete Gebiet umfasst die Museumsscheune, die Evangelische Kirche mit Gemeindehaus und den Pfarrgarten. Ziel ist, den Bereich langfristig als zweite Ortsmitte neben dem Rathausplatz mit Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Drei unverbindliche Varianten betreffen die Gestaltung des Straßenraums und der Freifläche am alten Feuerwehrhaus sowie mögliche Neubauten. Die Gespräche über einen möglichen Kauf des evangelischen Gemeindehauses laufen. Die Verwaltung plant nach eigenen Angaben einen kurzfristigen Kauf und eine mittelfristige Sanierung. Eine Änderung der Nutzung der an den Heimatverein vermieteten Museumsscheune ist nicht vorgesehen.

Radwegbrücke zwischen Auerbach und Langensteinbach

Für die geplante Radwegverbindung zwischen Auerbach und Langensteinbach nahm der Ausschuss die vertieften Pläne zur Kenntnis. Zentrales Element ist eine Brücke für den Fuß- und Radverkehr in einer Bauweise aus Holz und Stahlbeton. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 1,9 Millionen Euro geschätzt; nach aktuellem Planungsstand könnte die Maßnahme zu 75 Prozent gefördert werden. Ein Förderantrag muss spätestens bis zum 31. Dezember 2029 eingereicht werden. Damit könnte das Vorhaben in die Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2029/2030 einfließen. Die Verwaltung verwies auf die angespannte Haushaltslage und anstehende Investitionen im Pflichtaufgabenbereich.

Vier weitere Bauvorhaben beraten

Der Gemeinderat befürwortete das Bauvorhaben an der Ettlinger Straße 23 und 25 in Langensteinbach. Geplant sind der Umbau und Ausbau der beiden Wohnhäuser mit angehobenen Dächern und straßenseitigen Dachgauben. Die neue Firsthöhe soll der Umgebungsbebauung entsprechen. Außerdem sollen zwei Carports errichtet werden. Für einen Carport erteilte das Gremium eine Befreiung, da er über die Bauflucht hinausgehen soll.

Für eine Bauvoranfrage in der Panoramastraße 4 in Ittersbach gab der technische Ausschuss grünes Licht. Vorgesehen sind vier Klein-Wohnhäuser mit jeweils 4 mal 10 Metern Grundfläche und einer maximalen Höhe von vier Metern. Die Bauverwaltung hält die Gebäude im unbeplanten Innenbereich für mit der Umgebung vereinbar.

Einverstanden zeigten sich die Räte auch mit einer Wohnraumerweiterung in der Schulstraße 8 in Mutschelbach. Nach einem Teilrückbau des rückwärtigen Nebengebäudes soll das Wohnhaus im Erdgeschoss einen Flachdachanbau erhalten; im Obergeschoss ist ein Balkon zur Straße hin geplant. Die zuständige Baurechtsbehörde beim Landratsamt soll die Grenzbebauung des Anbaus und den Abstand des Balkons zur Grundstücksgrenze prüfen.

In der Schönblickstraße 12 in Mutschelbach ließ der Ausschuss den Bau eines Sichtschutzzauns und einer Absturzsicherung passieren. Geplant ist ein einen Meter hoher Zaun an der Grenze zum Grundstück Schönblickstraße 10. Zusätzlich soll ein 1,80 Meter hoher Sichtschutzzaun auf vier Metern Länge in Richtung des Gartens Schönblickstraße 10 und auf drei Metern Länge in Richtung des höher liegenden Grundstücks Veilchenstraße 7/3 entstehen. Dafür sind Befreiungen von den Vorgaben des Bebauungsplanes „Ob den Gärten / Am Nöttinger Weg“ erforderlich. Der Ausschuss hielt das Vorhaben angesichts der Einfriedungen auf umliegenden Grundstücken für städtebaulich vertretbar.

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