„geSICHTet“: Gespräche und Kunst für von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen
Unterstützung durch die Bürgerstiftung St. Andreas – Projektstart im Januar, rund 80 Teilnehmende und Suche nach einem Raum für die Ausstellung im Rahmen der Armutswoche (Vernissage: 12. Oktober)
Das soziokulturelle Projekt „geSICHTet“ des Vereins Kalliope richtet sich an von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen und wird in der aktuellen Förderperiode 2026/2027 von der Bürgerstiftung St. Andreas unterstützt. In loser Reihenfolge stellt die Stiftung Projekte vor, die sie in dieser Förderperiode fördert. Nach Angaben der Projektverantwortlichen startete „geSICHTet“ im Januar dieses Jahres nach einem Jahr Vorlaufzeit für die Strategieentwicklung.
Hinter dem Projekt stehen Franziska Kuen sowie ihre Mitstreiterinnen Lara Süß, Jasmin Walter und Hannah Monninger, die alle im künstlerischen Bereich aktiv sind. Sie möchten Frauen in einem geschützten Rahmen dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Fragen rund um das Gesehenwerden künstlerisch zu bearbeiten.
Kunst, Kultur und Selbstwertgefühl
Der Anstoß für das Projekt kam nach Angaben der Initiatorinnen aus einem Kontakt mit dem AGJ-Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg zum Projekt ELLEfriede, das wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen unterstützt. Ziel sei es, Kunst und Kultur mit politischen und gesellschaftlichen Themen zu verbinden.
Die Projektleiterinnen wollen den betroffenen Frauen in einem geschützten Raum die Möglichkeit geben, Leichtigkeit, Kreativität und Freude zurückzugewinnen. Die Volkshochschule stellte dafür einen Raum kostenlos zur Verfügung. Lara Süß erklärte, dass die Frauen erleben könnten, dass es Zeit und Raum für ihre eigenen Ideen, Gedanken und Kompetenzen gebe und sie jenseits defizitärer Beschreibungen schöpferisch tätig sein könnten. Auf diese Weise könnten sie ihre Fähigkeiten und Stärken entdecken und wieder ein Selbstwertgefühl entwickeln.
Im Rahmen von drei Workshops im März, Mai und Juni dieses Jahres entstanden unter anderem Masken. Eine betroffene Frau habe die Idee dazu gegeben, weil sie eine Maske brauche, erinnerte sich Franziska Kuen. Aus den Arbeiten entwickelten sich auch Fragen danach, was sich verändert, wenn eine Maske getragen wird, und was das in den Beteiligten auslöst.
Bisher rund 80 Frauen erreicht
Nach Angaben des Projekts wurden durch die verschiedenen Formate bislang etwa 80 Frauen aus unterschiedlichen Hintergründen erreicht. Dazu zählten Workshops in der ELLEfriede und der Volkshochschule, ein Angebot in der Info-Tanke sowie ein kreativer Impuls im Rahmen von „Miteinander heimisch werden – ein Abend für Frauen aller Nationen“ im Institut für deutsche Sprache.
Finanziert wird „geSICHTet“ durch Fördergelder und Spenden der Bürgerstiftung St. Andreas, der Gleichstellungsstelle der Stadt Offenburg, der Mikroprojektförderung der Stadt Offenburg im Rahmen des Sanierungsgebietes Bahnhof-Schlachthof, der Initiativen der Aktionswoche „Armut bedroht alle“ sowie der Volksbank eG Gestalterbank.
Unterstützung und Ausstellung
Die Projektleiterinnen bedanken sich zudem bei den Kooperationspartnern: der Info-Tanke im Sanierungsgebiet Bahnhof-Schlachthof, der Volkshochschule Offenburg, der Gleichstellungsstelle der Stadt Offenburg, den Initiativen der Aktionswoche „Armut bedroht alle“ 2026, ELLEfriede als Anlauf- und Beratungsstelle für wohnungslose Frauen im AGJ Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e. V., dem Integrationsmanagement und Integrationsbüro der Stadt Offenburg sowie dem Förderverein Pflasterstube Ortenau e. V.
Für eine Ausstellung im Rahmen der Armutswoche suchen die Verantwortlichen noch einen Raum in der Innenstadt mit mindestens 50 Quadratmetern. Die Vernissage ist für den 12. Oktober vorgesehen.
Kontakt für Interessierte: Franziska Kuen, [email protected]
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