Tanzperformance macht Erfahrungen mit Magersucht sichtbar

Die Performance von Rica Lata Matthes verbindet Tanz, Musik und anonyme Stimmen, um persönliche Erfahrungen mit Magersucht zu vermitteln.

Von Offenburgs Redaktion1 Min. Lesezeit
Tanzperformance zu einer Tonspur.

© dietzefotografie – Foto: Markus Dietze

© dietzefotografie – Foto: Markus Dietze

Eine Tanzperformance von Rica Lata Matthes und der Psychotherapeutin Anastasia Gotzhein verbindet persönliche Erfahrungen mit Bewegung, Musik und gesprochenen Stimmen. Die Bürgerstiftung St. Andreas unterstützte das Projekt mit 2.000 Euro.

Matthes war selbst mehrere Jahre von Magersucht betroffen. „Als ich 2019 eine Bekannte verlor, war das für mich der ausschlaggebende Moment, das Projekt weiterzuverfolgen“, sagte die 48-Jährige.

Für die Tonspur führten die beiden anonymisierte Interviews. Rund 20 Rückmeldungen gingen ein. Gotzhein entwickelte den Fragebogen und begleitete den Prozess therapeutisch. Die Bewegungen entstanden in zwei Workshops gemeinsam mit ehemals und indirekt Betroffenen. Auf der Bühne stehen vier Frauen: eine professionelle Tänzerin, eine Tanztherapeutin, eine Laientänzerin und Matthes als Choreografin.

„Mir wurde klar, dass man die Menschen mit Worten allein nicht immer erreicht“, sagte Gotzhein. Der Körper könne einen eigenen Zugang ermöglichen. Nach den Aufführungen gibt es Podiumsdiskussionen, bei denen Gotzhein Fragen beantwortet und Gespräche begleitet.

2026 wurde die Performance am Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg für Schülerinnen und Schüler sowie an der Kunstschule Offenburg und in Lahr aufgeführt. Im März 2027 ist ein Gastspiel in Senftenberg im Rahmen einer politischen Bildungsveranstaltung geplant. Anfragen für weitere Auftritte nimmt Rica Lata Matthes per E-Mail an [email protected] entgegen.

Bereits am 16. April berichteten wir über Matthes’ Performance „Evanescet – ein performativer Hungerstreik“externer Link, öffnet ein neues Fenster in der Kunstschule Offenburg.

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