Hohenlohekreis verlängert Wasserentnahmeverbot bis 31. Oktober 2026

Das Verbot für oberirdische Gewässer bleibt bestehen; zahlreiche Flüsse und Bäche im Kreis unterschreiten weiterhin den mittleren Niedrigwasserabfluss oder liegen bei weniger als zwei Dritteln dieses Wertes.

Im Hohenlohekreis bleibt das Verbot zur Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern bis einschließlich 31. Oktober 2026 bestehen. Das Landratsamt begründet die Verlängerung mit weiterhin sehr niedrigen Pegelständen und ausbleibender nachhaltiger Entspannung.

Nach Angaben aus der Mitteilung reicht der bisherige Niederschlag nicht aus, um die Wasserstände in den Gewässern und im Grundwasser spürbar zu verbessern. In der ersten Septemberhälfte fielen in Öhringen demnach 19 Millimeter Regen, das langjährige Monatssoll liegt bei 60 Millimetern. Schon der August war mit rund 42 Millimetern im Vergleich zu einem Mittelwert von 74 Millimetern deutlich zu trocken. Seit November 2025 seien mit Ausnahme des Februars alle Monate niederschlagsärmer als üblich gewesen.

Kaum Aussicht auf rasche Entspannung

An niederschlagsfreien Tagen fallen die Wasserstände laut Mitteilung rasch wieder auf den sehr niedrigen, grundwassergespeisten Abfluss zurück. Auch die aktuellen Wetterprognosen ließen in den nächsten Tagen keine ausreichenden Niederschläge erwarten. Deshalb rechnet das Landratsamt kurzfristig nicht mit einer wesentlichen Verbesserung.

Auch beim Grundwasser hält die Niedrigwasserphase nach Angaben der Behörde weitgehend an. Nur in einzelnen Bereichen hätten Zuflüsse aus Oberflächengewässern vorübergehend stabilisierend gewirkt. Eine Entspannung sei unter normalen Bedingungen vor allem durch Niederschläge im Herbst und Winter zu erwarten.

Belastung für Tiere, Pflanzen und Gewässer

Die geringe Wasserführung belastet nach Einschätzung des Landratsamts die Gewässerökologie erheblich. Trotz sinkender Wassertemperaturen im Herbst könnten wegen der niedrigen Wasserstände Gewässerabschnitte schlechter durchgängig sein, Lebensräume kleiner werden oder voneinander getrennt werden. Das beeinträchtige Fische sowie andere wassergebundene Tiere und Pflanzen. Auch die Selbstreinigungskraft der Gewässer könne sinken.

Zudem weist die Mitteilung auf ein weiteres Risiko hin: Nach starken Gewitterregen während längerer Trockenphasen können über Regen- und Mischwasserentlastungen sauerstoffzehrende Stoffe aus den Kanalnetzen in die Gewässer gelangen. Bei ohnehin geringer Wasserführung könne der Sauerstoffgehalt dann schnell absinken. Zusätzliche Wasserentnahmen würden die Lage weiter verschärfen.

Mehrere Flüsse und Bäche weiter betroffen

Das bisherige Verbot war zunächst bis zum 30. September 2026 befristet. Weil sich die Situation nicht nachhaltig verbessert habe, bleibt es nun einen weiteren Monat in Kraft.

Betroffen sind nach Angaben des Landratsamts zahlreiche Gewässer im Hohenlohekreis, darunter Kocher, Jagst, Ohrn, Brettach, Kupfer und Bibers. Sie unterschreiten weiterhin den mittleren Niedrigwasserabfluss (MNQ) oder liegen bei weniger als zwei Dritteln dieses Wertes. Die Beschränkungen für die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern gelten daher weiter.

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