Pforzheim erinnert an die Deportation nach Gurs

Pforzheim erinnert am 22. Oktober an die Deportation nach Gurs. Ein Filmabend im Kommunalen Kino ist für den 25. Oktober angekündigt.

Von Redaktion Pforzheim1 Min. Lesezeit

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnert Pforzheim am Donnerstag, 22. Oktober, an die Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt nach Gurs. Beginn ist um 12.30 Uhr an der Gedenkstätte am ehemaligen Hauptgüterbahnhof.

Kulturbürgermeister Tobias Volle hält in Vertretung von Oberbürgermeister Peter Boch die Gedenkansprache. Rami Suliman, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, spricht anschließend. Schülerinnen und Schüler des Hilda-Gymnasiums beteiligen sich mit dem Schulprojekt „Spurensuche“ zu jüdischen Biografien. Rabbiner Moshe Yudelevitz spricht ein Totengebet; der Chor der jüdischen Gemeinde Pforzheim gestaltet die Feier musikalisch.

Ein weiterer Programmpunkt ist für Sonntag, 25. Oktober, um 17 Uhr im Kommunalen Kino angekündigt. Gezeigt wird der Dokumentarfilm von Dietmar Schulz „Der Hölle entkommen – Kinder von Gurs überleben im Versteck“. Das Stadtarchiv gibt eine Einführung. Die AG „Geschichte aktiv“ des Hilda-Gymnasiums stellt außerdem das Projekt „Hitler nennt mich Sara“ über die Lebenswege von vier ehemaligen jüdischen Schülerinnen der Schule vor.

Vor 86 Jahren, am 22. und 23. Oktober 1940, verschleppten die Nationalsozialisten mehr als 6.500 jüdische Menschen aus Baden und der Saarpfalz in das französische Internierungslager Gurs. 202 der Deportierten stammten aus Pforzheim. Die meisten wurden später in Vernichtungslager im Osten gebracht und ermordet; viele starben bereits in Gurs an den menschenunwürdigen Lebensbedingungen.

Am ehemaligen Hauptgüterbahnhof erinnert ein im Vorjahr eingeweihtes Mahnmal namentlich an die aus Pforzheim deportierten Kinder, Frauen und Männer. Unser früherer Bericht beschreibt das Mahnmal und seine Entstehung.externer Link, öffnet ein neues Fenster

Die Gedenkveranstaltung wird von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim gemeinsam mit dem Stadtarchiv und dem städtischen Kulturamt gestaltet. Der Filmabend ist eine Kooperation des Kommunalen Kinos, des Stadtarchivs, des Hilda-Gymnasiums und der Löblichen Singergesellschaft.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Artikel teilen:

Quellen & Infos

Verantwortung

Redaktionell verantwortlich
Konrad Mayer